Rheinmetall-Aktie stürzt ab: Ausstieg aus Fregatten-Projekt F126
Rheinmetall-Aktie stürzt ab nach Ausstieg aus F126

Die Bundesregierung hat das milliardenschwere Fregatten-Projekt F126 gestoppt. Statt der geplanten sechs Fregatten vom Typ F126 sollen nun acht Kriegsschiffe des Typs Meko-200 vom deutschen Hersteller TKMS beschafft werden, sofern der Haushaltsausschuss des Bundestages zustimmt. Das Verteidigungsministerium bestätigte damit einen Bericht des SPIEGEL. Die Entscheidung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Börse: Die Aktie von Rheinmetall brach am Morgen um bis zu 13,6 Prozent ein, während die Papiere von TKMS zeitweise um mehr als elf Prozent zulegten.

Gründe für den Abbruch des F126-Projekts

Das Ministerium begründet den Schritt mit erheblichen Verzögerungen und drohenden Kostensteigerungen. Ursprünglich sollten die sechs F126-Fregatten rund zehn Milliarden Euro kosten. Nachdem der niederländische Generalunternehmer Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) den Zeit- und Kostenrahmen nicht einhalten konnte, wurde im Ministerium ein Wechsel geprüft. Dieser hätte die Gesamtkosten jedoch auf über 18 Milliarden Euro ansteigen lassen. Zudem hätte der Bund auf mögliche Schadenersatzansprüche gegenüber DSNS verzichten müssen, was das Ministerium als nicht verantwortbar ablehnte.

Rheinmetall verliert Großauftrag

Rheinmetall stand kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags zur Übernahme des F126-Fregattenprogramms vom niederländischen Schiffbauer Damen im zweiten Quartal, wie Vorstandschef Armin Papperger im vergangenen Monat sagte. Analyst David Perry von JPMorgan bezifferte den eigentlich für Rheinmetall vorgesehenen Auftragswert auf zwölf Milliarden Euro. Das diesjährige Ziel für den Auftragseingang könnte ohne das Großprojekt verfehlt werden, sagte er. Rheinmetall wollte sich dazu nicht äußern. Die Rheinmetall-Aktie wird nach mehr als einem Jahr wieder unter 1000 Euro gehandelt. Im Vergleich zum Rekordhoch im vergangenen Oktober hat sich der Kurs aktuell halbiert.

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TKMS profitiert von der Neuausrichtung

Anleger reagierten positiv auf die Nachricht, dass TKMS den Zuschlag für die acht Meko-200-Fregatten erhalten soll. Die TKMS-Aktie schoss zwischenzeitlich gut elf Prozent nach oben. Die Beschaffung der nun geplanten acht MEKO-Fregatten soll insgesamt rund 11,6 Milliarden Euro kosten. Mit der Umstellung wolle die Regierung die der Nato zugesagten Fähigkeiten zur seegestützten U-Boot-Jagd schnellstmöglich realisieren, so das Ministerium. Der Inspekteur der Marine habe bestätigt, dass die Fregatten des Typs MEKO A-200 den Kernauftrag erfüllen können. Ein einheitlicher Schiffstyp biete zudem erhebliche Vorteile bei Betrieb, Wartung und Ausbildung. Das Ministerium wolle dem Haushaltsausschuss schnellstmöglich die Entscheidungsgrundlage für den Kauf vorlegen.

Bisherige Kosten und politischer Druck

Nach Schätzungen von Bundestagsabgeordneten dürften sich die bisherigen Kosten für das Fregatten-Projekt F126 auf etwa 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro belaufen. Abgeordnete des Bundestags aus beiden Koalitionsfraktionen hatten Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) seit einiger Zeit unter Druck gesetzt, einen Abbruch des F126-Projekts zu erwägen. Die Nachricht setzte auch die deutschen Rüstungswerte Hensoldt und Renk unter Druck.

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