Pistorius stoppt Fregatten-Projekt F126 – Milliarden-Schaden droht
Pistorius stoppt Fregatten-Projekt F126

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beabsichtigt, das milliardenschwere Fregatten-Projekt F126 zu beenden. Es handelt sich um das größte Rüstungsvorhaben in der Geschichte der deutschen Marine. Der Ausstieg würde nach Angaben aus Ministeriumskreisen Schäden in Milliardenhöhe verursachen. Auch die Beschaffung möglicher Ersatzkriegsschiffe würde deutlich teurer ausfallen.

Hintergrund des Projekts F126

Das Projekt F126 umfasst die Entwicklung und den Bau von sechs neuen Fregatten, die die veralteten F123-Schiffe ersetzen sollen. Die Gesamtkosten wurden ursprünglich auf rund 5,5 Milliarden Euro veranschlagt. Nach mehreren Kostensteigerungen und Verzögerungen drohte das Budget jedoch zu explodieren. Bereits im Jahr 2025 war der Vertrag mit dem Konsortium aus thyssenkrupp Marine Systems und Lürssen unterzeichnet worden.

Gründe für den geplanten Ausstieg

Laut einem Bericht des SPIEGEL, verfasst von Matthias Gebauer und Paul-Anton Krüger, sieht Pistorius keine wirtschaftlich tragfähige Lösung mehr. Die technischen Anforderungen hätten sich geändert, und die Kosten seien außer Kontrolle geraten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte: „Der Minister hat entschieden, dass das Projekt in seiner jetzigen Form nicht fortgeführt werden kann. Die finanziellen Risiken sind zu hoch.“

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Finanzielle Auswirkungen

Der Schaden durch den Abbruch wird auf mindestens zwei Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kommen Kosten für die Entwicklung eines neuen Schiffstyps, die ebenfalls in Milliardenhöhe liegen dürften. „Wir müssen jetzt in neue Technologien investieren, die den Anforderungen der Zukunft gerecht werden“, so der Sprecher weiter. Die Marine müsse ihre Einsatzfähigkeit aufrechterhalten, was ohne Ersatzbeschaffung nicht möglich sei.

Reaktionen aus Politik und Industrie

Die Opposition kritisierte den Schritt scharf. Der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Christian Haase, sagte: „Dieser übereilte Ausstieg gefährdet nicht nur die Sicherheit Deutschlands, sondern vernichtet auch Steuergelder in Milliardenhöhe.“ Auch die Industrie zeigte sich besorgt. Ein Sprecher von thyssenkrupp Marine Systems betonte: „Wir bedauern die Entscheidung. Langfristige Planungssicherheit ist für die Werftindustrie überlebenswichtig.“

Ausblick und Alternativen

Das Verteidigungsministerium prüft nun Alternativen, darunter den Kauf von Fregatten aus anderen NATO-Staaten oder eine modifizierte Version eines bestehenden Schiffstyps. Eine Entscheidung soll bis Ende 2026 fallen. Die Marine warnt bereits vor Fähigkeitslücken, falls die alten F123-Schiffe wie geplant ausgemustert werden. „Ohne rechtzeitigen Ersatz können wir unsere internationalen Verpflichtungen nicht erfüllen“, erklärte ein hochrangiger Marineoffizier unter der Bedingung der Anonymität.

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