Leif-Erik Lindner, seit 2023 Chef der IFA Management GmbH, hat klare Worte für das Image der Berliner Messe parat. Das Etikett „China-Messe“ nervt ihn gewaltig. „Wir sind eine internationale Leitmesse für Unterhaltungselektronik und Hausgeräte – und nicht nur eine Plattform für chinesische Hersteller“, stellt Lindner klar. Der Hobbyboxer will die IFA verjüngen und neue Akzente setzen, insbesondere mit Elektroautos.
Neue Aussteller und Millionenumsätze für Berlin
Die IFA bringt der Hauptstadt jährlich Umsätze in Millionenhöhe. Laut Lindner werden in diesem Jahr mehrere namhafte E-Auto-Hersteller auf der Messe vertreten sein. „Wir haben Zusagen von europäischen und asiatischen Marken, die ihre neuesten Modelle präsentieren“, verrät der IFA-Chef. Damit will die Messe ihr Profil schärfen und neue Besuchergruppen ansprechen. Die IFA findet traditionell im September statt und lockt Zehntausende Fachbesucher und Privatleute an.
Kampf gegen das China-Image
In den vergangenen Jahren war die IFA zunehmend als Messe chinesischer Technologiekonzerne wahrgenommen worden. Lindner sieht dies kritisch: „Wir sind eine globale Plattform, und das soll auch so bleiben.“ Er betont, dass die IFA weiterhin offen für alle Hersteller sei, aber die Dominanz einzelner Nationen nicht das Bild bestimmen dürfe. „Unsere Besucher erwarten Innovationen aus aller Welt, nicht nur aus einer Region.“
Verjüngungskur für die Traditionsmesse
Die IFA will sich neu erfinden. Neben Elektroautos setzt Lindner auf Themen wie Künstliche Intelligenz, Smart Home und Nachhaltigkeit. „Wir müssen die Messe für junge Leute attraktiver machen“, sagt er. Dazu gehören interaktive Erlebniswelten und Start-up-Bereiche. Die IFA blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück und will sich gegen Konkurrenz wie die CES in Las Vegas behaupten. Lindner ist optimistisch: „Mit neuen Formaten und starken Partnern werden wir die IFA wieder an die Spitze führen.“



