Nach einer Gewinnwarnung beim Autobauer BMW geraten nun auch die Arbeitsplätze unter Druck. Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic (57) muss den Aktionären eine bittere Nachricht überbringen: Der Vorsteuergewinn soll 2026 um mindestens zehn Prozent einbrechen, auch die Auslieferungen werden sinken.
Experten uneins über Ursachen
Marc Tüngler (57), Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), kritisierte die kurzfristige Gewinnwarnung nach dem Führungswechsel. „Das gibt dem Ganzen einen bitteren Beigeschmack“, sagte er. „Sofort kommen Zweifel auf, ob zuvor reiner Wein eingeschenkt wurde.“
Autoexperte Frank Schwope (64) von der FHM Berlin hingegen sieht darin ein normales Vorgehen: „Für Probleme wird häufig auf den Vorgänger verwiesen. Das ist gerade in schwierigen Zeiten Teil des Management-Geschäfts.“
Schwacher chinesischer Markt als Hauptgrund
BMW nennt als Hauptursache für die Gewinnwarnung den schwachen chinesischen Markt, wo die Autoverkäufe zuletzt deutlich eingebrochen sind. Hinzu kommen Belastungen durch die angespannte Lage im Nahen Osten.
Struktur- und Effizienzmaßnahmen angekündigt
In der Gewinnwarnung kündigte BMW zusätzliche „Struktur- und Effizienzmaßnahmen“ an, die zunächst hohe Kosten verursachen, später aber Geld sparen sollen. Experten sehen darin ein typisches Signal für einen Konzernumbau.
Bereits zu Jahresbeginn hatte BMW einen Rückgang der Beschäftigtenzahl für 2026 angekündigt. Im Geschäftsbericht ist von einem „leichten Rückgang“ die Rede, was einem Minus von 1 bis 5 Prozent entspricht. Bei knapp 155.000 Beschäftigten weltweit könnte dies mehrere Tausend Jobs betreffen.
Betriebsrat fordert Klarheit
Auf Nachfrage verweist BMW auf eine Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung. Der Konzern erklärte: „Wir überprüfen unsere Strukturen und Kapazitäten kontinuierlich und passen sie vorausschauend an.“ Weitere Themen würden zunächst mit den Arbeitnehmervertretern beraten.
Der Gesamtbetriebsrat schlägt Alarm und fordert schnell Klarheit über die angekündigten Maßnahmen. Welche Folgen diese für die Beschäftigten haben könnten, müsse unverzüglich besprochen werden.



