Auto-Experte kritisiert E-Auto-Prämie: Sie macht Autos teurer
Auto-Experte kritisiert E-Auto-Prämie: Sie macht teurer

Der Staat fördert den Kauf neuer Elektroautos mit bis zu 6000 Euro. Seit Mitte Mai ist das Antragsportal geöffnet. Drei Milliarden Euro Steuergeld sind dafür eingeplant. Doch die Maßnahme verfehlt ihr Ziel, den Umstieg auf Elektromobilität günstiger zu machen. Das behauptet Auto-Experte Prof. Ferdinand Dudenhöffer (74).

Förderung treibt Preise in die Höhe

Mit seinem Center Automotive Research (CAR) in Bochum analysiert Dudenhöffer regelmäßig die tatsächlichen Kaufpreise auf dem Automarkt – also die Beträge, die Kunden nach Abzug aller Händlerrabatte zahlen. Die jüngsten Entwicklungen bereiten ihm Sorgen. In der aktuellen Rabatt-Studie seines Instituts heißt es: „Die staatliche Förderung für Elektro-Neuwagen wirkt, allerdings in die falsche Richtung. Die Autobauer fahren ihre Rabatte auf Elektroautos seit Verkündung der Prämie leicht zurück.“

Preisunterschied zwischen E-Autos und Verbrennern wächst

Nachdem sich die Transaktionspreise für Verbrenner und Elektroautos jahrelang angenähert hatten, klafft die Lücke nun wieder auseinander. Im Mai war ein Elektroauto im Durchschnitt 1971 Euro teurer als ein vergleichbarer Verbrenner. Seit Dezember hat sich der Abstand um 643 Euro vergrößert. „Ein hoher Wert“, kommentiert Dudenhöffer.

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Der Experte führt diese Entwicklung auf die Debatte um die Elektro-Förderung zurück, die bereits im Dezember begann: „Durch die Prämie werden die Elektroautos teurer statt preisgünstiger. Wer eine Prämie erhält, profitiert zwar, aber die Prämie verteuert Elektroautos im Gesamtmarkt.“ Zudem benachteilige sie bestimmte Käufergruppen: „Die Prämien hängen vom Haushaltseinkommen und der Kinderzahl ab. Daher bekommt nur eine bestimmte Kundengruppe die maximale Prämie.“

Deutsche Premiumhersteller profitieren nicht

Tesla habe zudem seinen eigenen, einkommensunabhängigen Preisnachlass für das Model Y von 3000 Euro Ende April gestrichen. Dieser Rabatt kam allen Käufern zugute, während die staatliche Förderung nur für eine ausgewählte Zielgruppe gilt. Für die meisten Autokäufer wurde das Model Y damit teurer.

„Der Markt gewöhnt sich an die staatliche Förderung der Elektroautos. Bei Volumenmarken ist ein Trend zu rückläufigen Rabatten durch die Prämie erkennbar“, so Dudenhöffer. Massenmodelle werden also für den Großteil der Interessenten teurer. Für die deutschen Premiumhersteller fällt kaum etwas ab, da ihre Autos für einkommensschwache Familien mit Kindern schwer bezahlbar sind. „An deutschen Premiumautobauern – und damit auch an den Arbeitsplätzen in der deutschen Autoindustrie – geht die Prämie vorbei“, erklärt der Professor.

Strohfeuer-Effekt mit schlechten Nebenwirkungen

Dudenhöffers Fazit fällt vernichtend aus: „Die Prämie hat für den Automarkt einen giftigen Nachgeschmack. Die Transaktionspreise für die Einstiegsmodelle, also Klein- und Kompaktwagen, steigen wieder. Und was passiert, wenn die 3 Milliarden Steuergeld verpulvert sind? Für alle sind die Einstiegsmodelle dann teurer. Nicht unbedingt, was man braucht, wenn man Elektromobilität nach vorn bringen will. Die Prämie löst einen Strohfeuer-Effekt mit lausigen Nebenwirkungen aus.“

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