Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nimmt leicht zu - Iran plant neuen Mechanismus
Mehr Schiffe passieren Straße von Hormus - Iran plant Mechanismus

Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zeigt leichte Erholung

Der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus hat in den letzten Tagen eine leichte Zunahme verzeichnet, bleibt jedoch deutlich unter dem Niveau vor Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar. Nach einem aktuellen Bericht der Datenanalysefirma Windward passierten am Mittwoch insgesamt 16 Frachter die weitgehend blockierte Meerenge, nachdem es am Vortag noch elf Schiffe gewesen waren. Damit stieg die Zahl der Durchfahrten zum dritten Mal in Folge an, was als vorsichtiges Zeichen einer Normalisierung gewertet werden könnte.

Selektive Blockade entlang der iranischen Küste

Die meisten der durchfahrenden Schiffe bewegten sich nach Angaben von Windward in unmittelbarer Nähe zur iranischen Küste. Die Datenfirma weist darauf hin, dass dieser spezielle Korridor entlang der Insel Larak dem Iran ermöglicht, eine sogenannte „berechtigungsbasierte, selektive Blockade“ aufrechtzuerhalten. Diese Praxis erlaubt es Teheran, den Schiffsverkehr kontrolliert zu regulieren, ohne die Meerenge vollständig zu sperren.

Erste Tanker passieren die kritische Wasserstraße

Besonders bemerkenswert ist die Passage des LNG-Tankers Sohar, der nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg als erster Flüssiggastanker seit Kriegsausbruch die Straße von Hormus durchquerte. Das Schiff befand sich demnach in leerem Zustand und hielt sich in der Nähe der omanischen Küste auf. Schiffsverfolgungsdaten zeigen das Gefährt mittlerweile außerhalb der Meerenge vor der Küste Omans.

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Parallel dazu verließ ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM am Donnerstag den Persischen Golf durch die Straße von Hormus. Wie der französische Sender RTL berichtete, zeigte das Navigationssignal des Schiffes einen „französischen Eigner“ an, was auf die internationale Dimension des Schiffsverkehrs in der Region hinweist.

Iran kündigt neuen Regelmechanismus an

Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi hat am Donnerstag die Entwicklung eines neuen Mechanismus angekündigt, der künftig den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus regeln soll. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna erklärte Gharibabadi, dass in Friedenszeiten eine Abstimmung mit dem Oman erfolgen solle.

„Diese Anforderungen bedeuten natürlich keine Einschränkung, sondern dienen der Erleichterung und Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt sowie der besseren Bereitstellung von Dienstleistungen für Schiffe, die diese Route passieren“, so der iranische Diplomat. Konkrete Details zu dem geplanten Mechanismus nannte er jedoch nicht. Von omanischer Seite liegen bislang keine offiziellen Stellungnahmen zu dieser Ankündigung vor.

Drei Schiffe unter omanischer Kontrolle passieren Meerenge

Der Bericht von Windward verweist zudem auf drei Schiffe, die unter omanischer Kontrolle die Straße von Hormus passierten und dabei bewusst den von Iran kontrollierten Korridor mieden. Diese Entwicklung unterstreicht die komplexe geopolitische Situation in der Region, wo verschiedene Akteure unterschiedliche Routen und Kontrollmechanismen verfolgen.

Trotz der leichten Zunahme des Schiffsverkehrs bleibt die Gesamtzahl der Durchfahrten nur ein Bruchteil des normalen Verkehrsaufkommens vor Kriegsbeginn. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten maritimen Handelsrouten der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Öltransports fließt. Die anhaltenden Unsicherheiten in der Region beeinträchtigen weiterhin die internationale Schifffahrt und haben Auswirkungen auf die weltweiten Lieferketten.

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