Kremls Kriegswirtschaft: Milliarden durch gezielte Enteignung statt Steuern
Die russische Kriegswirtschaft generiert Billionen Rubel, von denen Milliarden in den Staatshaushalt fließen. Eine aktuelle Analyse von Mikhail Zygar enthüllt die Mechanismen hinter dieser Finanzierungsstrategie. Demnach finanziert das Regime unter Wladimir Putin sowohl den Krieg als auch einen gleichzeitigen Elitenwechsel nicht primär durch Steuereinnahmen, sondern durch systematische Enteignungen.
Staat als Zwischeninstanz bei Vermögensumverteilung
Die Differenz zwischen den eingenommenen Billionen Rubel und den im Haushalt ankommenden Milliarden erklärt sich durch den Staat als Zwischeninstanz. Wer das beschlagnahmte Vermögen tatsächlich erhält, wird nicht durch gesetzliche Regelungen bestimmt, sondern durch interne Machtstrukturen und politische Entscheidungen. Dieses Vorgehen ermöglicht es dem Kreml, Ressourcen gezielt umzuverteilen und loyalen Eliten zuzuführen.
Beobachtungen aus Moskau, wie etwa das Auftreten von Machthaber Putin mit Generalstaatsanwalt Gutsan im März 2026, unterstreichen diese Praxis. Der Staat agiert hier nicht als neutraler Akteur, sondern als Instrument zur Kontrolle und Umleitung von Vermögenswerten. Diese Methode der Kriegsfinanzierung zeigt, wie ökonomische Maßnahmen mit politischen Zielen verknüpft werden, um die Stabilität des Regimes zu sichern.
Die gezielte Enteignung dient somit nicht nur der Mobilisierung von Kriegsressourcen, sondern auch der Konsolidierung der Macht durch einen kontrollierten Elitenwechsel. Dieses System funktioniert außerhalb traditioneller fiskalischer Mechanismen und setzt auf direkte Eingriffe in private Vermögensverhältnisse. Die langfristigen Auswirkungen auf die russische Wirtschaft und Gesellschaft bleiben dabei erheblich, da solche Praktiken Vertrauen in rechtliche Institutionen untergraben und zu weiterer politischer Instabilität beitragen können.



