Warnstreiks in Berlin: Kitas, Schulen und Behörden betroffen – So reagieren Eltern und Bürger
Warnstreiks in Berlin: Kitas, Schulen und Behörden betroffen

Warnstreiks legen öffentlichen Dienst in Berlin teilweise lahm

Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Mittwoch zu umfangreichen Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder aufgerufen. In Berlin müssen sich Bürgerinnen und Bürger auf erhebliche Einschränkungen einstellen: Zahlreiche landeseigene Kitas und Schulen bleiben voraussichtlich geschlossen, Bezirksämter sind nur eingeschränkt erreichbar. Die Aktionen sollen den Druck auf die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde der Tarifgespräche in Potsdam erhöhen.

Praktische Tipps für Eltern und betroffene Bürger

Für Eltern, deren Kinder eine der knapp 250 betroffenen landeseigenen Kitas in Berlin besuchen, empfiehlt es sich, frühzeitig nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten zu suchen:

  • Klären Sie vorab, ob die Einrichtung eine Notbetreuung anbietet.
  • Organisieren Sie gemeinsam mit anderen Eltern der Kita-Gruppe eine private Betreuungslösung.
  • Fragen Sie Verwandte oder Großeltern, ob sie einspringen können.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit von Homeoffice oder flexiblen Arbeitszeiten.

Für Bürger, die Termine in Ämtern wahrnehmen müssen, gilt: Informieren Sie sich vor einem Besuch unbedingt über die Homepage der Behörde oder telefonisch, ob der Service eingeschränkt ist. An staatlichen Schulen kann Unterricht ausfallen, wenn angestellte Lehrer und Referendare streiken. Ein Blick in den aktuellen Vertretungsplan gibt hier Aufschluss.

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Großdemonstration in Potsdam geplant

Neben den Streiks in Bildungseinrichtungen und Verwaltungen sind auch Beschäftigte der Berliner Feuerwehr, Polizei und Senatsverwaltungen aufgerufen, sich an einer großen Demonstration und Kundgebung in Potsdam zu beteiligen. Ein Verdi-Sprecher bestätigte die Teilnahme. In Brandenburg sollen zudem Mitarbeiter der Polizei, Landesministerien und nachgeordneter Behörden die Arbeit niederlegen. Die genauen Auswirkungen dieser Warnstreiks auf den Alltag der Bürger bleiben jedoch abzuwarten.

Verdi fordert deutliche Lohnerhöhungen

Im Zentrum des Tarifkonflikts stehen die Forderungen der Gewerkschaft Verdi. Diese verlangt für die rund 2,2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine monatliche Gehaltserhöhung von sieben Prozent. Zur Stärkung der unteren Lohngruppen soll es mindestens ein Plus von 300 Euro geben. In den beiden vorangegangenen Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber noch kein konkretes Angebot vorgelegt.

„Wir erwarten endlich ein Angebot, das der Bedeutung der Arbeit im öffentlichen Dienst gerecht wird“, erklärte Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann. Die Gewerkschaften wollen mit den Streiks und der Demonstration in Potsdam, die um 9:30 Uhr am Lustgarten beginnt und um 11:45 Uhr mit einer Abschlusskundgebung am Kongresshotel endet, den Druck in der entscheidenden Phase der Verhandlungen weiter erhöhen.

Von den Tarifverhandlungen sind direkt mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte betroffen. Für etwa 1,3 Millionen Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger soll ein mögliches Verhandlungsergebnisse später in den einzelnen Bundesländern per Gesetz übertragen werden. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es ausgeweitete Warnstreiks in etlichen Bundesländern gegeben, insbesondere an Schulen in Ostdeutschland.

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