Thüringen: Weniger Beschäftigte leisten mehr Arbeit pro Kopf – Baugewerbe an der Spitze
Thüringen: Weniger Beschäftigte, mehr Arbeit pro Kopf

Thüringen: Weniger Schultern tragen mehr Arbeitslast

Im Freistaat Thüringen verteilt sich die Arbeit auf immer weniger Erwerbstätige, während die durchschnittliche Arbeitsbelastung pro Kopf leicht zunimmt. Diese Entwicklung zeigt die aktuelle Statistik des Thüringer Landesamtes für Statistik in Erfurt. Demnach sank die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2025 um 1,1 Prozent, gleichzeitig stieg die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen um drei Stunden auf 1.363 Stunden an.

Gesamtarbeitsvolumen sinkt weiter

Insgesamt wurden in Thüringen im vergangenen Jahr rund 1,4 Milliarden Arbeitsstunden geleistet. Dies entspricht einem Rückgang von 0,9 Prozent oder etwa 12 Millionen Stunden im Vergleich zu 2024. Damit setzt sich ein Trend fort: Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden ist bereits das vierte Jahr in Folge rückläufig. Die leicht gestiegene Pro-Kopf-Arbeitszeit konnte den Verlust durch den Beschäftigtenrückgang nicht kompensieren.

Branchen im Vergleich: Verlierer und Gewinner

Die Entwicklung fällt in den verschiedenen Wirtschaftszweigen sehr unterschiedlich aus:

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  • Verarbeitendes Gewerbe: Hier sank das Arbeitsvolumen besonders deutlich um 3,1 Prozent, was einem Minus von rund neun Millionen Stunden entspricht.
  • Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen sowie Grundstücks- und Wohnungswesen: In diesem Bereich ging das Arbeitsvolumen um 2,5 Prozent zurück, was etwa fünf Millionen Stunden weniger bedeutet.
  • Dienstleistungssektor sowie Erziehung und Gesundheit: Diese Branchen verzeichneten hingegen Zuwächse. Ein Anstieg der Erwerbstätigenzahl kombiniert mit einer höheren Arbeitszeit pro Kopf führte zu einem Plus beim Arbeitsvolumen von 1,6 Prozent, was etwa acht Millionen zusätzlichen Stunden entspricht.

Baugewerbe: Spitzenreiter mit Rückgang

Die meisten Arbeitsstunden pro Kopf leisteten Erwerbstätige erneut im Baugewerbe mit durchschnittlich 1.507 Stunden. Allerdings verzeichnete gerade diese Branche mit 1,2 Prozent auch den stärksten Rückgang der Arbeitszeit pro Kopf im Vergleich zum Vorjahr. Am niedrigsten fiel die Arbeitszeit je Person mit 1.304 Stunden in den Bereichen Handel, Verkehr, Lagerei sowie Gastgewerbe, Information und Kommunikation aus.

Ursachen für die Unterschiede

Die erheblichen Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen lassen sich durch mehrere Faktoren erklären. Entscheidend sind der unterschiedliche Anteil von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung in den Branchen. Zudem spielen Aspekte wie geleistete Mehrarbeit, Phasen der Kurzarbeit und krankheitsbedingte Ausfälle eine wichtige Rolle für die statistische Arbeitszeit je Erwerbstätigen.

Die Daten zeigen ein komplexes Bild des Thüringer Arbeitsmarktes: Während in einigen Bereichen die Arbeitslast pro Beschäftigtem zunimmt, schrumpft in anderen das Gesamtvolumen an geleisteter Arbeit. Besonders das Baugewerbe steht mit der höchsten Pro-Kopf-Arbeitszeit, aber auch dem stärksten Rückgang dieser Kennzahl im Fokus der Statistik.

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