Sachsen-Anhalt startet Masterplan gegen Jugendarbeitslosigkeit - Jeder zehnte junge Mensch betroffen
Die Jugendarbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt hat im Februar einen besorgniserregenden Höchststand erreicht. Aktuell ist jeder zehnte junge Mensch im Alter zwischen 15 und 25 Jahren ohne Beschäftigung. Dies entspricht einer Quote von zehn Prozent und markiert einen deutlichen Anstieg um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bemerkenswert ist, dass die allgemeine Arbeitslosenquote im Land bei lediglich 8,5 Prozent liegt, was die besondere Betroffenheit der jungen Generation unterstreicht.
Landesregierung und Bundesagentur für Arbeit schmieden Allianz
Als Reaktion auf diese alarmierenden Zahlen haben die Landesregierung von Sachsen-Anhalt und die Bundesagentur für Arbeit eine gemeinsame Initiative gestartet. Unter dem Titel „Schulterschluss im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit“ soll bis zum Jahr 2030 ein gezieltes Vorgehen etabliert werden. Der neu entwickelte „Masterplan Zukunftsintegration“ zielt darauf ab, bestehende Förderinstrumente zu bündeln und effizienter einzusetzen. Im Fokus stehen dabei Schulen, junge Menschen auf der Suche nach Perspektiven sowie Unternehmen, die dringend Fachkräfte benötigen.
Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) betont die Dringlichkeit der Situation: „Hinter der Statistik zur Jugendarbeitslosigkeit stehen verpasste Chancen und ungenutzte Potenziale.“ Sie macht deutlich, dass nicht nur die individuellen Lebenswege der Jugendlichen auf dem Spiel stehen, sondern auch die wirtschaftliche Zukunft des Landes. „Kein junger Mensch darf verloren gehen“, lautet das klare Ziel der Ministerin.
Vorbild Jobturbo: Gezielte Ansprache statt Hilfsjobs
Eine Sprecherin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit verweist auf erfolgreiche Vorbilder wie den Jobturbo, der ursprünglich für die Integration von Flüchtlingen konzipiert wurde. Dieses Modell der aktiven Ansprache soll nun auf junge Menschen übertragen werden, die nach dem Schulabschluss direkt in einen Helferjob einsteigen, anstatt eine Ausbildung zu beginnen. Die Arbeitsagentur will diesen Jugendlichen verdeutlichen, dass sie mit einer qualifizierten Ausbildung langfristig bessere Karrierechancen und höhere Einkommensperspektiven haben, auch wenn Helferjobs kurzfristig mehr Geld versprechen.
Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion, unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung: „Die Fachkräftesicherung gehört zu den drängendsten arbeitsmarktpolitischen Aufgaben der kommenden Jahre in Sachsen-Anhalt.“ Daher sei es entscheidend, junge Menschen frühzeitig beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung zu unterstützen, um nachhaltige Perspektiven zu schaffen.
Die Initiative setzt auf eine enge Vernetzung aller beteiligten Akteure, um die Jugendarbeitslosigkeit nachhaltig zu bekämpfen und die wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslandes zu stärken.



