Polen plant Handyverbot an Grundschulen ab September
Polen plant Handyverbot an Grundschulen

Die polnische Regierung plant ein weitreichendes Handyverbot an Grundschulen. Zum kommenden Schuljahr am 1. September sollen Mobiltelefone und andere Geräte zur Ton- und Bildaufnahme im Unterricht und in den Pausen nicht mehr genutzt werden dürfen. Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, den die Regierung in Warschau beschlossen hat und der nun dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wird.

Umfang des Verbots

Das geplante Gesetz gilt sowohl für staatliche als auch für private Schulen. Es untersagt die Nutzung von Handys und ähnlichen Geräten während des Unterrichts sowie in den Pausen. Ausnahmen sind nur dann vorgesehen, wenn das Telefon für den Unterricht oder die pädagogische Betreuung erforderlich ist. Auch aus gesundheitlichen oder sicherheitstechnischen Gründen kann eine Nutzung erlaubt werden. Das Bildungsministerium teilte mit, dass die Regelung auf vielfachen Wunsch von Lehrkräften zurückgeht.

Hintergrund und Unterstützung

Bildungsministerin Barbara Nowacka erklärte, dass bereits an mehr als der Hälfte der polnischen Schulen eine ähnliche Regelung freiwillig umgesetzt werde. Einem Bericht der Nachrichtenagentur PAP zufolge verwies Nowacka auf Studien, nach denen 85 Prozent der Bevölkerung die Maßnahme befürworten. Die Regierung reagiert damit auf eine wachsende Sorge um die Auswirkungen der Smartphone-Nutzung auf Kinder.

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Schutz von Kindern im Internet

Parallel zum Handyverbot hat die Regierung ein Gesetzespaket verabschiedet, das den Schutz von Kindern im Internet stärken soll. Dieses Paket muss ebenfalls noch vom Parlament gebilligt werden. Geplant sind unter anderem Maßnahmen, um den Zugang von Minderjährigen zu Seiten mit sexuellen Inhalten einzuschränken und die Entfernung illegaler Inhalte zu beschleunigen.

Altersverifikation für Erwachsenen-Webseiten

Anbieter von Webseiten mit Angeboten für Erwachsene sollen verpflichtet werden, das Alter ihrer Nutzer anonym zu überprüfen. Dabei sollen keine Browserdaten oder personenbezogenen Informationen erfasst werden. Digitalminister Krzysztof Gawkowski begründete die Pläne damit, dass pornografische Webseiten nicht ausreichend gegen den Zugriff von Minderjährigen geschützt seien. Das Durchschnittsalter, in dem Kinder in Polen erstmals mit Pornografie in Berührung kämen, liege bei unter elf Jahren, schrieb er auf der Plattform X.

Vergleich mit Deutschland

In Deutschland gibt es ähnliche Bestrebungen: In Bremen und Hessen gilt seit diesem Schuljahr ein weitreichendes Handyverbot an Schulen. Andere Bundesländer sind weniger streng. Die Diskussion über die Nutzung von Smartphones an Schulen wird kontrovers geführt, wobei Befürworter auf die Ablenkung und soziale Probleme verweisen, während Gegner auf die Bedeutung digitaler Kompetenzen hinweisen.

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