Medizinische Fachangestellte: Beliebtester Frauenberuf gewinnt bei Männern an Attraktivität
Medizinische Fachangestellte: Frauenberuf wird bei Männern beliebter

Medizinische Fachangestellte: Frauenberuf erobert männliche Auszubildende

Im Bereich der Berufsausbildung zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten hat sich bei jungen Frauen zum absoluten Spitzenreiter entwickelt und gewinnt gleichzeitig bei männlichen Auszubildenden deutlich an Beliebtheit. Laut aktuellen Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn wurden im vergangenen Jahr 16.680 neue Ausbildungsverträge für diesen Beruf bei Frauen abgeschlossen, wodurch er die Kauffrau für Büromanagement auf Platz drei verdrängte.

Historischer Aufstieg bei männlichen Auszubildenden

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Männern: Mit 1.146 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen verbesserte sich der Beruf um ganze 17 Plätze in der Rangliste. Das BIBB bezeichnet dies als den stärksten jährlichen absoluten Zuwachs bei den Neuabschlüssen in diesem Ausbildungsberuf seit 2009. Seit diesem Zeitpunkt seien die Zahlen männlicher Auszubildender in diesem traditionell weiblich dominierten Beruf nahezu kontinuierlich gestiegen.

Der früher als Arzthelferin bekannte Beruf profitiert offenbar von der gestiegenen Attraktivität des medizinischen Sektors bei jungen Menschen. Dennoch bleibt bei den Männern der Kraftfahrzeugmechatroniker mit 23.007 Neuabschlüssen unangefochten an der Spitze, gefolgt vom Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (14.172 Verträge) und dem Elektroniker (14.082 Verträge).

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Gesamtzahl der Ausbildungsverträge leicht rückläufig

Insgesamt wurden in der BIBB-Erhebung mit Stichtag 30. September 475.950 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge registriert. Dies entspricht einem Rückgang von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024. Die Geschlechterverteilung blieb dabei weitgehend stabil: Knapp zwei Drittel (63,5 Prozent) der Ausbildungsverträge entfielen auf männliche Auszubildende, etwas mehr als ein Drittel (36,4 Prozent) auf weibliche.

Aufwärtstrends in weiteren Berufsfeldern

Das BIBB hob neben der Medizinischen Fachangestellten weitere Berufe mit positiver Entwicklung hervor:

  • Fachkraft Küche: Der 2022 neu geschaffene zweijährige Ausbildungsberuf verzeichnete einen deutlichen Aufwärtstrend und verbesserte sich um zehn Rangplätze.
  • Bäcker/-in: Ebenfalls mit positiver Entwicklung.
  • Tiefbaufacharbeiter/-in: Zeigte deutliche Verbesserungen.
  • Straßenbauer/-in: Verzeichnete ebenfalls Aufwärtsbewegungen.

In allen vier zuletzt genannten Berufen liegt der Männeranteil bei über 75 Prozent, wie das BIBB betonte. Diese Entwicklungen zeigen, dass sich bestimmte Berufsbilder unabhängig von traditionellen Geschlechterzuordnungen neu positionieren, während andere ihre etablierten Strukturen beibehalten.

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