Jusos lehnen Kopplung von Renteneintrittsalter an Lebenserwartung ab
Jusos lehnen Rentenalter-Kopplung an Lebenserwartung ab

Die Jusos lehnen die Vorschläge der Rentenkommission entschieden ab. Im Zentrum der Kritik steht die geplante Kopplung des Renteneintrittsalters an die allgemeine Lebenserwartung. Juso-Chef Philipp Türmer bezeichnete diesen Vorschlag gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe als „sozial ungerecht“. Er betonte, das Gesamtpaket sei in diesem Kernpunkt „nicht hinnehmbar“.

Ungleiche Lebenserwartung und harte Arbeit

Türmer wies darauf hin, dass die Lebenserwartung nicht für alle gleichermaßen steige. „Wer mit 18 oder 19 auf dem Bau anfängt oder in der Pflege schuftet, arbeitet somit länger, doch lebt statistisch deutlich kürzer.“ Nach dem Willen der Kommission müssten nun auch diejenigen länger arbeiten, deren individuelle Lebenserwartung viel kürzer sei. „Das ist das Gegenteil von gerecht und trifft aufgrund des nach und nach steigenden Renteneintrittsalters vor allem junge Menschen“, sagte der Juso-Vorsitzende.

Alternative: Kopplung an Lebensarbeitszeit

Aus Sicht der Jusos wäre eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebensarbeitszeit die richtige Antwort gewesen. „Das ist fair und konsequent und bestraft nicht diejenigen, die schon früh in den Arbeitsmarkt einsteigen und deswegen auch früher erschöpft sind.“ Ein gutes Rentensystem müsse die schützen, die am härtesten arbeiten, und dürfe nicht die Generationen gegeneinander ausspielen, so Türmer.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Besonders junge Menschen betroffen

Die Empfehlungen der Kommission träfen junge Menschen besonders hart, die gerade eine Ausbildung machten oder in ihr Berufsleben starteten. Türmer forderte insbesondere die SPD auf, sich daran messen zu lassen, „ob das Rentensystem am Ende denjenigen gerecht wird, die mit ihrer körperlichen Arbeit dieses Land am Laufen halten“.

Hintergrund: Vorschläge der Rentenkommission

Am Wochenende waren die Vorschläge der Rentenkommission bekannt geworden. Unter anderem soll das Rentenalter in den kommenden Jahrzehnten langsam steigen, die abschlagfreie Frühverrentung nach 45 Beitragsjahren abgeschafft werden, und eine verpflichtende Kapitalrente eingeführt werden. Die Vorschläge riefen bei der Opposition, Gewerkschaften und Ökonomen breite Kritik hervor.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration