Beliebter Imbiss in Wittenberge schließt nach zwölf Jahren
Ein Stück Wittenberger Gastronomiegeschichte geht zu Ende: Das Burger House in der Friedrich-Engels-Straße schließt nach fast zwölf Betriebsjahren endgültig seine Türen. Inhaber Mohamad El Jalil bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass der letzte Tag der 30. Mai sein wird. Die Nachricht hatte er zuvor bereits auf Facebook veröffentlicht, wo sich zahlreiche traurige Reaktionen seiner Stammkunden häuften.
Steigende Kosten machen Betrieb unrentabel
Der Entscheidung liegen wirtschaftliche Gründe zugrunde, wie El Jalil im Gespräch erläutert. „Die Ware wird immer teurer, und die Ausgaben sind fast so hoch wie die Einnahmen“, erklärt der Betreiber. Diese Entwicklung ziehe sich bereits seit fast zwei Jahren hin, wobei die Kosten in letzter Zeit besonders stark gestiegen seien. Neben höheren Warenpreisen nennt er explizit die gestiegenen Spritkosten für Lieferungen aus Berlin sowie die Steuerbelastung.
Die Kundenzahl sei zwar leicht rückläufig, aber nicht dramatisch gesunken. Dennoch reiche die Marge nicht mehr aus, um den Betrieb profitabel zu führen. „Das macht keinen Spaß mehr“, resümiert El Jalil seine Motivation für die Schließung.
Acht Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze
Die Schließung hat direkte personelle Konsequenzen: Acht Mitarbeiter werden durch die Entscheidung voraussichtlich arbeitslos. „Das ist traurig“, bedauert der Inhaber, doch sein Entschluss steht fest. Die Ladenfläche in seinem eigenen Gebäude wird zunächst leer stehen, da El Jalil keine Vermietung plant. „Ich werde den Laden nicht vermieten, denn ich möchte keine fremden Leute in meinem Haus haben“, begründet er diese Entscheidung.
Kundenreaktionen und gastronomischer Wandel
Die Bekanntgabe der Schließung löste bei Stammgästen Bestürzung aus. Auf Facebook schrieb Jasmin Voigt: „Für uns wart ihr die Besten in Wittenberge“. Michael Klee bedauerte: „War immer meine erste Anlaufstelle, wenn ich in Wittenberge auf Lehrgang war“.
Die gastronomische Landschaft in Wittenberge hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. El Jalil, der vor der Eröffnung des Burger House bereits Döner-Imbisse am Bahnhof und in der Schillerstraße betrieb, beobachtet eine zunehmende Konzentration: „Wer Döner verkauft, hat oft auch Pizza und Hamburger. An jeder Ecke gibt es solche Läden. Dafür ist die Stadt zu klein.“
Neue Konkurrenz und Zukunftsperspektiven
Parallel zur Schließung des etablierten Betriebs hat sich in der Bahnstraße unterhalb des Sterns mit „Smash & Crunch“ ein neuer Burgerladen etabliert. Das Restaurant positioniert sich als klassisches amerikanisches Burgerrestaurant mit einem umfangreichen Angebot an Burgern, Pommes-Varianten, Wraps, Bowls und Tenders.
Für das Burger House selbst gibt es jedoch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Inhaber El Jalil schließt eine Wiedereröffnung nicht komplett aus. „Wenn irgendwann wieder alles in Ordnung ist, mache ich vielleicht wieder auf“, meint er – eventuell sogar zur Landesgartenschau (Laga) 2027. Zunächst plane er aber eine Auszeit: „Aber erst mal werde ich mich ausruhen.“
Die Schließung markiert das Ende einer Ära für Wittenberge, in der das Burger House besonders bei Schülern und Durchreisenden beliebt war und die lokale Gastronomieszene über ein Jahrzehnt lang mitgeprägt hat.



