Chinas Außenhandel hat im Mai trotz der erhöhten Unsicherheit durch den Iran-Krieg deutlich an Fahrt gewonnen. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat in US-Dollar gerechnet um 19,4 Prozent, wie die chinesische Zollverwaltung mitteilte. Die Einfuhren legten sogar um 27,4 Prozent zu. Der Handelsüberschuss belief sich auf 105,4 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 91 Milliarden Euro.
Stärkere Zuwächse als im Vormonat
Damit lagen die Zuwächse noch über den bereits starken Werten des Vormonats. Die Auslandsnachfrage bleibt für China weiterhin eine wichtige Konjunkturstütze. Besonders der Export von Elektronik und Technologieprodukten, die etwa für den Ausbau von Rechenzentren benötigt werden, trug zu dem Wachstum bei. Auch grüne Technologien wie Elektroautos, Lithium-Ionen-Batterien und Photovoltaikprodukte zählen zu den wichtigen Exportbereichen des Landes.
Mögliche Vorzieheffekte
Zugleich könnten Unternehmen im Ausland Bestellungen vorgezogen haben, um sich gegen mögliche Störungen in den Lieferketten abzusichern. Der Iran-Konflikt und die damit verbundenen geopolitischen Spannungen haben die Unsicherheit im Welthandel erhöht. Dennoch zeigt sich der chinesische Außenhandel robust.
Schwierige wirtschaftliche Lage im Inland
Für die chinesische Regierung kommt die positive Entwicklung in einer wirtschaftlich schwierigen Phase. Die Binnennachfrage bleibt schwach, die Immobilienkrise belastet weiterhin die Wirtschaft, und Teile der Industrie leiden unter Überkapazitäten und Preisdruck. Der starke Außenhandel kann diese Probleme zwar abfedern, trägt aber zugleich zu Spannungen mit Handelspartnern bei, die Chinas export- und industriegetriebenes Wachstumsmodell kritisieren.
Die chinesische Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen, aber der Außenhandel erweist sich als stabilisierender Faktor. Ob dieser Trend anhält, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Iran-Konflikts und der globalen Nachfrage ab.



