Bundesbank sieht Ende der Flaute erst im Herbst
Die deutsche Wirtschaft, die durch den Iran-Krieg gebremst wird, wird nach Einschätzung der Bundesbank erst im Herbst wieder leicht wachsen. Im dritten Quartal 2026 dürfte die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen, so die Prognose im aktuellen Monatsbericht. Zuvor sei im Sommer mit einer Flaute zu rechnen.
Die stärksten direkten Belastungen durch den Konflikt im Nahen Osten dürften dann nachlassen. Die Bundesbank-Ökonomen gehen davon aus, dass die Energiepreise wieder sinken werden. Dadurch hätten die privaten Haushalte real wieder mehr Einkommen zur Verfügung, was den Konsum ankurbeln könnte.
Steigende Inflationsrate als Risiko
Allerdings rechnen die Experten der Bundesbank damit, dass die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten kräftiger steigen werden. Die für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Inflationsrate (HVPI) könnte in Europas größter Volkswirtschaft über die Drei-Prozent-Marke klettern. Im Mai lag sie bei 2,7 Prozent.
„Nach dem Auslaufen des befristeten Tankrabatts dürfte die Energieteuerung zunächst wieder höher ausfallen. Bei Gas werden die höheren Großhandelspreise aufgrund längerfristiger Beschaffungs- und Vertragsstrukturen erst mit Verzögerung bei den privaten Haushalten ankommen“, schreibt die Bundesbank. Auch Nahrungsmittel könnten teurer werden, weil Erzeuger höhere Energiekosten auf die Preise aufschlagen. Die seit 1. Mai geltende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter läuft Ende Juni aus.
Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft der Verbraucher. Sie können sich dann für einen Euro weniger leisten. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der Binnenkonjunktur ist.
Stagnation im Sommer
Für das laufende zweite Quartal rechnet die Bundesbank insgesamt nur mit einer Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP). „Die Folgen des Krieges im Iran bremsen die Konjunkturerholung, die vor allem dank kräftiger fiskalpolitischer Impulse im Sommerhalbjahr angelegt war, spürbar aus.“
Im ersten Quartal hatte das BIP noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal zugelegt, vor allem wegen höherer Exporte. Die Hoffnung war groß, dass die deutsche Wirtschaft nach drei mageren Jahren wieder Fahrt aufnehmen würde – auch, weil der Staat gewaltige Milliardeninvestitionen in Straßen, Schienen und Verteidigung angeschoben hat. 2025 war Deutschland mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent knapp am dritten Jahr ohne Wachstum in Folge vorbeigeschrammt.



