Trump-Begnadigte: Fast 100 erneut straffällig – Mord und Missbrauch
Trump-Begnadigte: Fast 100 erneut straffällig

Fast 100 Begnadigte erneut verurteilt

Mindestens 97 Personen, die von US-Präsident Donald Trump vor anderthalb Jahren wegen ihrer Rolle beim Kapitol-Sturm vom 6. Januar 2021 begnadigt wurden, sind seitdem erneut wegen Straftaten verhaftet, angeklagt oder verurteilt worden. Das ergaben Recherchen des renommierten Fachmagazins Lawfare Media und der New York Times. Insgesamt hatte Trump rund 1.500 seiner Anhänger begnadigt.

Schwere Straftaten nach der Begnadigung

Die neuen Anklagen reichen von Kindesmisshandlung bis hin zu Mord. Mindestens 41 Personen wurden wegen Gewalttaten angeklagt oder verurteilt, mindestens 14 wegen Sexualverbrechen oder Verbreitung von Kinderpornografie, und mindestens sechs wegen häuslicher Gewalt. Ein Fall betrifft einen Mann, der einen zwölfjährigen Jungen zu Boden warf, weil dieser Präsident Trump kritisiert hatte. Ein anderer wurde angeklagt, weil er einen Mann mitten auf der Straße erschossen haben soll.

Dunkelziffer vermutlich höher

Im Gegensatz zu auf Bewährung freigelassenen Personen unterliegen Begnadigte keinerlei Überwachung oder Berichtspflichten. Daher betont der Bericht, dass die 97 dokumentierten Fälle wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Da viele Täter in lokalen Gerichtssystemen mit häufigen Namen nicht auffallen, dürfte die tatsächliche Zahl erheblich höher liegen.

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Entschädigungsfonds und Missbrauch

Kürzlich hatte die Trump-Regierung einen fast 1,8 Milliarden US-Dollar schweren Anti-Weaponization Fund angekündigt, um angebliche Opfer von Justizverfolgung zu entschädigen. Auch begnadigte Kapitol-Stürmer, die wegen neu begangener Straftaten verurteilt wurden, hätten möglicherweise Anspruch auf Gelder aus diesem Fonds gehabt. Andrew Paul Johnson aus Florida machte sich dies zunutze: Zwölfjährigen Jungen und Mädchen, die er nach seiner Begnadigung sexuell missbraucht hatte, bot er einen Teil seiner Entschädigungszahlung an, wenn diese die Vorfälle verschweigen. Er wurde im März zu lebenslanger Haft verurteilt. Auf Druck auch von Republikanern zieht die Trump-Administration die Entschädigungspläne derzeit zurück.

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