US-Präsident Donald Trump ist nach Angaben seines Arztes bei „exzellenter Gesundheit“ – sollte aber abnehmen. Der Präsident sei „vollumfänglich fähig, alle Pflichten als Oberbefehlshaber der Armee und als Staatschef wahrzunehmen“, erklärte am Samstag Sean Barbabella nach einem Anfang der Woche erfolgten großen Gesundheitstest. Trump habe unter anderem gute Herz- und Lungenwerte und allgemein eine gute Physis. Ihm sei aber präventiv zu „zu gesteigerter körperlicher Aktivität sowie zur Gewichtsabnahme“ geraten worden.
US-Medien weisen auf Lücken im Bericht hin
Das US-amerikanische „Wall Street Journal“ (WSJ) wies allerdings darauf hin, dass keine konkreten Angaben zur Herzfunktion in dem Bericht aufgeführt seien, die Barbabellas Einschätzung untermauern würden. „Dieser Bericht ist für jemanden in seinem Alter fast zu gut, um wahr zu sein“, zitierte die Zeitung einen Gefäßchirurgen, der den Bericht als „gefilterte Erzählung“ bezeichnete. Bei der bei Trump durchgeführten Ultraschalluntersuchung des Herzens lässt sich beispielsweise bestimmen, wie viel Blut das Herz bei jeder Kontraktion aus der linken Herzkammer in den Körper pumpt – die sogenannte Ejektionsfraktion. Dieser Wert war nach „WSJ“ in einem früheren Gesundheitsbericht des US-Präsidenten aufgeführt, im aktuellen Bericht dagegen nicht.
In der Erklärung des Weißen Hauses hieß es laut „WSJ“, das Fehlen konkreter Ergebnisse sei als Bestätigung dafür zu sehen, dass keine klinisch bedeutsamen Anomalien festgestellt worden seien. Auch das Nachrichtenportal „Axios“ sprach von „wichtigen Lücken“, die der Bericht offenlasse, auch wenn er mehr Informationen enthalte als manche Vorgängerberichte. Bis der Bericht veröffentlicht wurde, dauerte es nach der Untersuchung drei Tage.
Mediziner: KI-Bewertung sei „klinisch nicht anerkannt“
Das Portal verweist auf einen Post des Kardiologen Jonathan Reiner, der auch für den früheren Vizepräsidenten Dick Cheney tätig war. Auf X schrieb er, der Bericht lasse Fragen offen – etwa, warum bei Trumps Vorsorgeuntersuchungen wiederholt CT-Untersuchungen des Herzens gemacht wurden. Der Mediziner merkt außerdem an, dass im Bericht offenbar Quellen herangezogen werden, die nicht wirklich valide seien: „Die KI-Bewertung, wonach das Herzalter des Präsidenten dem eines deutlich jüngeren 66-Jährigen entspricht, ist kein klinisch anerkanntes Instrument.“
Für Trump war es außerdem bereits der dritte Untersuchungstermin innerhalb von 13 Monaten. „Axios“ zitiert den Medizinprofessor Bob Wachter: „Ich glaube, es ist ziemlich ungewöhnlich, dass jemand (…), der keine chronischen Beschwerden hat, die eine häufigere Überwachung erfordern, öfter als einmal im Jahr zur Untersuchung kommt.“
Barbabella empfiehlt Trump Aspirin
Bei der Vorsorge-Beratung habe Trump auch „Hinweise zur Ernährung und eine Empfehlung zur Einnahme von niedrig dosiertem Aspirin“ bekommen, erklärte der Arzt mit Blick auf das blutverdünnende Medikament weiter. Laut dem vorgelegten Bericht wiegt der 1,91 Meter große Präsident derzeit 108 Kilogramm, beim vorigen Gesundheitscheck vor gut einem Jahr waren es 101,6 Kilogramm gewesen.
Trump hatte direkt nach seinem Gesundheitscheck am Dienstag verkündet, dass alles „perfekt gelaufen“ sei. Er wird am 14. Juni 80 Jahre alt und ist der älteste Präsident, der jemals in den USA vereidigt wurde. Zuletzt hatten Blutergüsse an Trumps rechter Hand, Schwellungen an seinen Knöcheln und Anfälle von Schläfrigkeit bei offiziellen Terminen Fragen über seine Fitness aufgeworfen. Auch beim Gesundheitscheck seien ein Bluterguss und Irritationen am Handrücken festgestellt worden, hieß es in dem Arztbericht. Ursache dafür sei offensichtlich „häufiges Händeschütteln bei gleichzeitiger Einnahme von Aspirin zur kardiovaskulären Prävention“.



