Die ukrainische Armee hat in der Nacht einen groß angelegten Angriff mit Drohnen und Raketen auf Ziele tief im russischen Hinterland durchgeführt. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden insgesamt 326 feindliche Drohnen abgefangen. Diese Zahl, die nicht unabhängig überprüft werden kann, deutet auf einen massiven ukrainischen Angriff hin.
Angriffe auf Öl- und Industrieanlagen
Besonders betroffen war die Raffinerie von Samara an der Wolga, wie russische Telegramkanäle berichteten. Im Gebiet Wladimir östlich von Moskau wurden nach offiziellen Angaben zwei Infrastrukturobjekte beschädigt, bei denen es sich ebenfalls um Anlagen der Ölindustrie handeln soll. In Tscheboksary an der Wolga berichteten die Behörden von drei Verletzten nach einem Raketenangriff; möglicherweise war ein Rüstungsunternehmen das Ziel.
Darüber hinaus wurde Drohnenalarm in der sibirischen Stadt Omsk ausgelöst, die rund 2800 Kilometer von Kyjiw entfernt liegt. Omsk beherbergt die größte russische Ölraffinerie, jedoch gab es keine Berichte über einen tatsächlichen Angriff dort.
Angriff auf der Krim
In Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim schlug eine Drohne in ein Geschichtsmuseum ein. Der Chef der Besatzungsverwaltung, Michail Raswoschajew, sprach auf Telegram von einem gezielten Angriff auf eine Kultureinrichtung. Ein solches Vorgehen wäre jedoch untypisch für die bisherigen Angriffsmuster der ukrainischen Armee. Russland hingegen hat in mehr als vier Jahren Angriffskrieg zahlreiche Museen, Theater, Bibliotheken, Schulen und Kirchen in der Ukraine bei Luftangriffen beschädigt.
Russische Angriffe auf Charkiw
Die russischen Drohnenangriffe in der Nacht trafen am schwersten die grenznahe ukrainische Großstadt Charkiw. Die Regionalverwaltung meldete 26 Einschläge innerhalb kurzer Zeit, bei denen fünf Menschen verletzt wurden. Die ukrainische Luftwaffe zählte über Nacht 207 russische Drohnen, von denen 181 abgefangen worden sein sollen.
Hintergrund und politische Entwicklungen
Die Hoffnung auf Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine wächst. Präsident Selenskyj setzt dabei diesmal auf die Europäer und nicht auf die Amerikaner. Die jüngsten Angriffe zeigen jedoch, dass die militärischen Auseinandersetzungen unvermindert weitergehen.



