Heftige Proteste nach Messerangriff in Belfast
In Nordirland ist es nach der Anklage eines sudanesischen Staatsangehörigen wegen versuchten Mordes zu schweren Ausschreitungen gekommen. Demonstranten setzten am Dienstagabend in der Lendrick Street in Belfast mehrere Autos sowie Gebäude in Brand. Bewohner mussten von der Feuerwehr aus brennenden Häusern gerettet werden, wie die Polizei mitteilte.
Mehrere Hundert Menschen hatten sich zuvor in Belfast versammelt, um gegen Einwanderung zu protestieren. In Luftaufnahmen des Nachrichtensenders Sky News war schwarzer Rauch über mehreren Stadtteilen zu sehen. Auch in anderen Städten Nordirlands kam es zu Protesten, berichtete die BBC.
Video des brutalen Angriffs verbreitet
Anlass der Demonstrationen war die Veröffentlichung eines Videos von einem Messerangriff vom Vortag. Darin ist zu sehen, wie ein Angreifer mitten auf einer Straße auf einem blutüberströmten Mann sitzt und mit einem Messer auf ihn einsticht. Der Tatverdächtige stammt aus dem Sudan. Die Polizei bat eindringlich darum, das Video nicht weiterzuverbreiten, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Nordirlands Polizeichef Jon Boutcher rief die Bevölkerung auf, sich nicht durch soziale Medien aufstacheln zu lassen. „Lassen Sie die Ermittler ihre Arbeit machen“, sagte er. Bislang gebe es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat.
Premierminister Starmer verurteilt Gewalt
Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilte die Tat scharf. „Der furchtbare Angriff in Belfast ist widerwärtig. Ich habe absolut keine Toleranz für entsetzliche Szenen der Gewalt wie diese auf unseren Straßen“, schrieb er auf der Plattform X. Auch nordirische Politiker verschiedener Parteien äußerten sich entsetzt und warnten vor weiteren Ausschreitungen.
Großbritannien war bereits im Sommer 2024 von schweren rassistisch motivierten Unruhen erschüttert worden. Erst in der vergangenen Woche kam es in der südenglischen Stadt Southampton zu Krawallen am Rande eines Protests. Hintergrund war die Veröffentlichung von Bodycam-Aufnahmen, die einen schweren Polizeifehler nach einer tödlichen Messerattacke auf einen Studenten zeigten. Die Polizisten hatten dem sterbenden Opfer Handschellen angelegt, während der Täter sich als Opfer eines rassistischen Übergriffs darstellte. Auch in Southampton gingen daraufhin Menschen auf die Straße, um gegen Einwanderung zu demonstrieren.



