Hegseth streicht 170 Glaubensgruppen: Druiden und Schamanen im US-Militär verboten
Hegseth streicht 170 Glaubensgruppen im US-Militär

Hegseth verbietet Druiden und Schamanen im US-Militär

Washington – US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) sorgt mit einer umfassenden Reform der Militärseelsorge für heftige Kontroversen. Das Pentagon hat die Liste der Glaubensgemeinschaften, die Militärgeistliche stellen dürfen, drastisch gekürzt. Statt bisher über 200 Gruppen sind künftig nur noch 31 offiziell zugelassen, wie das Portal military.com berichtet. Zu den anerkannten Religionen gehören Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten, Sikhs sowie zahlreiche christliche Konfessionen wie Katholiken, Lutheraner und Baptisten.

Hegseths Begründung: Praxisfern und nutzlos

Hegseth hatte die Reform bereits vor Monaten angekündigt. Er bezeichnete die bisherige Praxis, Hunderte Glaubensgemeinschaften zuzulassen, als praxisfern und nutzlos. Nach seinen Angaben gehört die überwältigende Mehrheit der US-Soldaten lediglich sechs großen Glaubensrichtungen an. Daher wolle er die Liste verschlanken, die er für aufgebläht hält. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Diskussion über die Rolle von Religion im Militär immer wieder aufflammt.

Druiden und Schamanen gestrichen

Zu den Verlierern der Reform zählen zahlreiche kleinere und ungewöhnliche Glaubensgemeinschaften. So dürfen neuheidnische Gruppen, Anhänger des Schamanismus und des Druidentums sowie verschiedene sogenannte New-Age-Kirchen keine Seelsorger mehr stellen. Diese Streichung betrifft insgesamt 170 Glaubensgruppen, die zuvor auf der Liste standen. Das Pentagon argumentiert, dass diese Gruppen nur einen sehr geringen Anteil der Soldaten repräsentieren und die Verwaltung der Seelsorge unnötig aufblähen.

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Neue Regelung für Rangabzeichen

Darüber hinaus sollen Militärseelsorger im Dienst künftig nicht mehr ihre militärischen Rangabzeichen tragen, sondern stattdessen ihre religiösen Symbole. Hegseth hatte bereits im März klargemacht, worauf es ihm dabei ankommt: Ein Geistlicher des US-Militärs sei „in erster Linie ein Geistlicher“ – und erst danach Offizier. Diese Änderung soll die geistliche Autorität der Seelsorger stärken und sie von militärischen Hierarchien entkoppeln.

Scharfe Kritik an der Reform

Für Empörung sorgt die Entscheidung bei der Military Religious Freedom Foundation, die sich für Religionsfreiheit innerhalb der US-Streitkräfte einsetzt. Gründer Mikey Weinstein (71) reagierte mit scharfen Worten auf die Streichung zahlreicher Glaubensgemeinschaften. Das Vorgehen der Regierung sei „schmutzig und ekelhaft, verfassungswidrig, unmoralisch und unethisch“. Zudem wirft er dem Kriegsministerium vor, mit der Reform einen „christlichen Nationalismus“ fördern zu wollen. Weinstein kündigte rechtliche Schritte an, um die Entscheidung anzufechten.

Die Reform zeigt, wie tief die Spaltung in der US-Gesellschaft auch im Militär reicht. Während konservative Kreise die Straffung der Liste begrüßen, sehen Bürgerrechtler die Religionsfreiheit bedroht. Die Debatte dürfte noch länger anhalten.

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