In Mexiko-Stadt ist es zehn Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und demonstrierenden Lehrern gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, nachdem die Protestierenden versucht hatten, eine im Bau befindliche Fanmeile im Zentrum der Stadt zu stürmen.
Hintergrund des Konflikts
Die Lehrergewerkschaft CNTE liegt mit der Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum im Streit. Die Gewerkschaft fordert höhere Gehälter und ein neues Rentensystem. Die Präsidentin erklärte jedoch, dass der Staatshaushalt eine vollständige Erfüllung dieser Forderungen nicht zulasse. Dennoch sei man zu Gesprächen bereit.
Eskalation am Zócalo
Der zentrale Platz Zócalo, auf dem eine Großleinwand für die WM-Übertragung aufgebaut wird, war Schauplatz der Proteste. Hunderte Polizisten bewachten den Platz, doch die Lehrer durchbrachen die Metallbarrieren und drangen auf das Gelände vor. Die Polizei reagierte mit Tränengas, um die Menge zurückzudrängen.
Gewerkschaftsvertreter Filiberto Frausto betonte gegenüber AFP: „Die Fanmeile muss geschlossen werden. Ein Anliegen wie unseres muss Vorrang haben. Es ist viel wichtiger als ein kleines bisschen Ablenkung und Spaß.“ Die CNTE hatte bereits gedroht, während der WM „Millionen“ von Lehrern zu mobilisieren, falls die Regierung nicht auf ihre Forderungen eingeht.
WM-Auftaktspiel in Mexiko-Stadt
Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko. Das Eröffnungsspiel findet in Mexiko-Stadt statt, wo Co-Gastgeber Mexiko auf Südafrika trifft. Die Fanmeile auf dem Zócalo soll Fans die Möglichkeit bieten, die Spiele gemeinsam zu verfolgen.
Präsidentin Sheinbaum hatte noch am Morgen des Protesttages erklärt, die Regierung halte den Dialog mit den Lehrkräften aufrecht. „Es gibt bestimmte Forderungen, deren vollständige Erfüllung der Haushalt nicht zulässt, aber andere können erfüllt werden“, sagte sie. Ob dies zur Deeskalation beiträgt, bleibt abzuwarten.



