Traurige Gewissheit im Fall der vermissten Medizinstudentin aus Chemnitz: Mehr als einen Monat nach ihrem Verschwinden haben Einsatzkräfte ihre Leiche in den Schweizer Alpen entdeckt. Die 26-Jährige war Anfang Mai zu einer anspruchsvollen Gipfelwanderung aufgebrochen und kehrte nicht zurück.
Letzte Spur am Brienzersee
Die angehende Ärztin, die in Chemnitz aufgewachsen war, startete ihre Tour am 2. Mai gegen 9.30 Uhr in Bern. Mit dem Zug fuhr sie nach Interlaken, um von dort aus den Harder Kulm zu besteigen und weiter auf das rund 2100 Meter hohe Augstmatthorn in den Emmentaler Alpen zu wandern. Die rund 17,5 Kilometer lange Strecke über dem Brienzersee gilt als anspruchsvoll, rund 850 Höhenmeter sind zu bewältigen. Zuletzt wurde die junge Frau am Brienzersee gesehen, danach verlor sich ihre Spur. Trotz intensiver Suche der Bergretter blieb sie zunächst verschollen.
Fund eines persönlichen Gegenstands führte zur Leiche
Erst am Montagabend kam Bewegung in den Fall. Bei Oberried am Brienzersee entdeckten Helfer einen persönlichen Gegenstand der Vermissten. Daraufhin nahmen die Einsatzkräfte die Suche wieder auf. Am Dienstag folgte die traurige Gewissheit: Unweit des Fundorts wurde ihre Leiche gefunden. Die Kantonspolizei Bern bestätigte den Fund. Ein Verbrechen schließen die Ermittler derzeit aus. „Den aktuellen Erkenntnissen zufolge steht ein Unfallgeschehen im Vordergrund“, erklärte ein Polizeisprecher. Die genauen Umstände des Unglücks werden nun von der Staatsanwaltschaft geprüft.
Praktikum in der Schweiz
Die junge Frau, die die deutsche und libysche Staatsangehörigkeit besaß, absolvierte seit Anfang März ein einjähriges Praktikum im Rahmen ihres Medizinstudiums in der Schweiz. Ihr Hauptwohnsitz war in Chemnitz, zuvor war sie an der Universität Magdeburg eingeschrieben. Die Nachricht von ihrem Tod hat in der Region Chemnitz und unter ihren Kommilitonen große Bestürzung ausgelöst.
Die Behörden haben ihre Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Die Wanderung über das Augstmatthorn ist bei erfahrenen Bergwanderern beliebt, erfordert jedoch gute Kondition und Trittsicherheit. Die Polizei appelliert an Wanderer, Touren stets sorgfältig zu planen und die Wetterbedingungen zu beachten.



