Drei Jahre nach der Implosion des Tauchbootes „Titan“ hat die kanadische Verkehrssicherheitsbehörde TSB einen umfassenden Untersuchungsbericht vorgelegt. Die rund 135 Seiten lange Analyse erhebt schwere Vorwürfe gegen die Betreiberfirma OceanGate. Demnach wurden Design und Konstruktion des Bootes nicht ausreichend getestet. Bei dem Unglück im Juni 2023 kamen fünf Menschen ums Leben, darunter OceanGate-Chef Stockton Rush.
Wiederkehrende technische Probleme
Laut dem Bericht traten bei jedem Tauchgang der „Titan“ neue Schäden auf. Die Betreiberfirma sei jedoch aufgrund ihrer Unternehmensstruktur sowie „sozialer und psychologischer Faktoren“ im Management nicht in der Lage gewesen, angemessen darauf zu reagieren. Die Behörde kritisiert zudem, dass es in Kanada und weltweit an ausreichender Zusammenarbeit bei der Regulierung und Überwachung solcher Tauchboote mangele.
Mangelnde Informationsweitergabe
Obwohl mehrere kanadische Behörden von den Aktivitäten der „Titan“ wussten, wurden die Informationen nicht ausreichend geteilt. TSB-Chef Yoan Marier warnte: „Wenn diese Lücken nicht geschlossen werden, besteht Lebensgefahr.“ Er fordert eine bessere nationale und internationale Kooperation bei der Regulierung von Tauchbooten.
Die Opfer der Tragödie
Neben OceanGate-Gründer Stockton Rush (61) kamen der französische Wissenschaftler Paul-Henri Nargeolet (77), der britische Abenteurer Hamish Harding (58), der britisch-pakistanische Unternehmensberater Shahzada Dawood (48) und dessen 19-jähriger Sohn Suleman ums Leben. Die „Titan“ war auf dem Weg zum Wrack der Titanic, als sie etwa 700 Kilometer südlich von Neufundland implodierte. Die Trümmer wurden Tage später in rund 500 Metern Entfernung vom Titanic-Wrack entdeckt.
Mehrere andere Behörden hatten den Vorfall bereits untersucht und ebenfalls schwerwiegende Versäumnisse von OceanGate festgestellt. Der TSB-Bericht unterstreicht nun die Dringlichkeit einer verbesserten internationalen Regulierung für Tauchboote.



