Propeller statt Düsenjet: Super Tucano im Kampf gegen Taliban
Super Tucano: Propellerflugzeug gegen Taliban

Die brasilianische Super Tucano, ein leichtes Erdkampfflugzeug mit Propellerantrieb, ist bekannt für ihre Effektivität in Konflikten mit niedriger Intensität. Mit einem Preis von nur 20 bis 30 Millionen US-Dollar pro Stück und Betriebskosten von rund 1.000 Dollar pro Flugstunde ist sie deutlich günstiger als moderne Düsenjets wie die F-35, die über 80 Millionen Dollar kosten und pro Stunde bis zu 42.000 Dollar verbrauchen. Die Super Tucano, offiziell als Embraer EMB 314 A-29 bekannt, wurde seit 2003 gebaut und absolvierte ihren Erstflug am 2. Juni 1999. Sie ist speziell für den Einsatz gegen Aufständische konzipiert, nicht für den Luftkampf gegen andere Jets.

Technische Details und Bewaffnung

Die A-29 ist mit einem Turboprop-Triebwerk ausgestattet und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 590 km/h. Sie hat eine Länge von 11,30 Metern und eine Spannweite von 11,14 Metern. Die maximale Flugdauer liegt zwischen drei und sechs Stunden, abhängig von der Einsatzintensität, und sie kann auch nachts operieren. Die Waffenlast beträgt 1.550 Kilogramm, die an Außenstationen getragen werden. Fest installiert sind zwei 12,7-mm-Maschinengewehre in den Flügeln, und optional können zwei 20-mm-Maschinenkanonen in einem Behälter mitgeführt werden. Die Super Tucano kann verschiedene Waffen wie lasergelenkte Bomben und Luft-Boden-Raketen einsetzen.

Einsätze in Afghanistan und Kolumbien

In Afghanistan setzte die afghanische Nationalarmee ab 2015 mehr als ein Dutzend Super Tucanos ein, finanziert und ausgebildet durch das Pentagon. Die Maschinen waren ein ernstzunehmender Gegner für die Taliban, die über keine Luftwaffe oder moderne Flugabwehr verfügten. Dennoch konnten sie die Machtübernahme der Taliban im August 2021 nicht verhindern; einige Piloten flohen mit ihren Flugzeugen nach Tadschikistan, und mindestens eine A-29 fiel in die Hände der Taliban. In Kolumbien hingegen war die Super Tucano entscheidend im Kampf gegen die FARC-Guerilla. Zwischen 2008 und 2011 töteten kolumbianische Piloten mit lasergelenkten Bomben mehrere hochrangige FARC-Kommandeure, darunter Raúl Reyes, Mono Jojoy und Alfonso Cano.

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Verkaufserfolg und Grenzen

Die Super Tucano wurde an über 20 Länder verkauft, darunter Nigeria, Mali, Portugal, Indonesien, Kolumbien und die Philippinen. Die USA erwogen zeitweise eine eigene Beschaffung, verwarfen den Plan jedoch, unterstützen aber Verbündete mit der Maschine. Trotz ihrer Vorteile hat die Super Tucano eine entscheidende Schwäche: Sie ist nur gegen Gegner ohne moderne Luftabwehr effektiv. Gegen eine konventionelle Luftwaffe oder mit tragbaren Flugabwehrraketen (Manpads) wäre sie chancenlos. Dies zeigte sich auch in Afghanistan, wo die Taliban letztlich die Oberhand gewannen.

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