Am Freitag ereignete sich im Hafen der rumänischen Schwarzmeerstadt Konstanza eine Explosion, die durch eine Seedrohne verursacht wurde. Wie das rumänische Verteidigungsministerium mitteilte, detonierte das unbemannte Wasserfahrzeug gegen 10.30 Uhr Ortszeit im zivilen Teil des Hafens. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden. Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der benachbarten Ukraine, wo ähnliche Drohnen zum Einsatz kommen.
Weitere unbemannte Boote entdeckt
Nach der Explosion wurden an der Küste drei weitere unbemannte Boote gesichtet, wie das Nachrichtenportal Digi24 unter Berufung auf Insider berichtete. Erst in der vergangenen Woche war in Rumänien nahe der Grenze zur Ukraine eine Drohne eingeschlagen, bei der es sich nach rumänischen Angaben um ein russisches Fabrikat handelte. Bei diesem Vorfall gab es zwei Verletzte. Moskau hatte die Angaben damals angezweifelt.
Ukraine meldet Treffer auf russisches Patrouillenschiff
Die ukrainische Marine hat eigenen Angaben zufolge ein russisches Patrouillenschiff in der Straße von Kertsch angegriffen. Der Sprecher der ukrainischen Marine, Dmytro Pletenchuk, teilte im Fernsehsender "My-Ukrajina" mit, dass das Schiff der Küstenwache des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB vom Projekt 10410 ("Swetljak"-Klasse) angegriffen wurde. Solche Schiffe werden zur Kontrolle des Schiffsverkehrs, zur Überwachung von Gewässern und zum Schutz strategischer Infrastruktur eingesetzt.
Feuerpause nahe AKW Saporischschja in Kraft getreten
Eine von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ausgehandelte Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine in der Nähe des südukrainischen Atomkraftwerkes Saporischschja ist in Kraft getreten. Dies ebne den Weg für dringend notwendige Reparaturen an der Stromleitung zum AKW, teilte die IAEA mit. Die Reparaturen seien erforderlich, um die Gefahr eines atomaren Unfalles zu verhindern. Techniker beider Seiten werden in den kommenden Tagen mit den Arbeiten beginnen. Das AKW mit seinen sechs Reaktoren ist das größte Europas. Im März 2022 brachten russische Truppen das Atomkraftwerk unter ihre Kontrolle. Immer wieder kam es rund um das nahe der Front gelegene AKW zu Kämpfen.
Offenbar vier Tote bei russischem Drohnenangriff auf Babynahrungsfabrik
Bei einem russischen Drohnenangriff im Bezirk Browary in der Region Kyjiw sind am Freitag mindestens vier Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Der Leiter der Militärverwaltung der Region Kyjiw, Mykola Kalaschnyk, teilte auf seinem offiziellen Telegram-Kanal mit, dass die Produktionsstätte "Yahotynske für Kinder", ein ukrainischer Hersteller von Babynahrung und Milchprodukten, getroffen wurde. Bei den Opfern soll es sich um Mitarbeiter handeln. Durch den Angriff geriet ein Verwaltungsgebäude in Brand, zudem wurden Teile des Gebäudekomplexes zerstört. Die Such- und Rettungsarbeiten dauern an. Unter den Trümmern könnten sich noch zwei weitere Menschen befinden. Die Ukraine wirft Russland vor, erneut gezielt zivile Infrastruktur angegriffen zu haben.
Putin wirft Europa Ignoranz vor
Der russische Staatschef Wladimir Putin hat Europa Ignoranz für die feierliche Umbettung des Nazikollaborateurs Andrij Melnyk in die Ukraine vorgeworfen. Lediglich Polen und Israel hätten "halbherzig" darauf reagiert, sagte er auf einer Pressekonferenz in St. Petersburg. Putin erwähnte auch die Benennung einer Spezialeinheit der ukrainischen Armee nach den "Helden der Ukrainischen Aufstandsarmee". Die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) verübte während des Zweiten Weltkriegs Massaker in der heutigen Westukraine, der zehntausende Polen zum Opfer fielen. Vor anderthalb Wochen wurde Melnyk mit einem Staatsbegräbnis unter Anwesenheit von Präsident Wolodymyr Selenskyj geehrt.
Selenskyj schlägt Putin Treffen vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt dem russischen Staatschef Wladimir Putin in einem offenen Brief ein Treffen vor, um ein Ende des Krieges zu vereinbaren. Die Mehrheit der Russen sei der ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffe, der Inflation und der Treibstoffknappheit überdrüssig und bereit für den Frieden, erklärt Selenskyj. Sollte Putin nicht zu dem Schluss kommen, dass es Zeit für ein Kriegsende sei, werde die Ukraine weiter um ihre Existenz kämpfen. Putin ist über den offenen Brief informiert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.
Mindestens 700 Kinder seit Kriegsbeginn getötet
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat anlässlich des "Internationalen Tages der unschuldigen Kinder als Opfer von Aggression" ukrainische Opferzahlen genannt. Demnach seien seit Beginn des russischen Angriffskrieges mindestens 700 ukrainische Kinder durch russische Angriffe getötet worden. "Hinter jeder Zahl steht ein Kind, dessen Zukunft gestohlen wurde. Russland muss für diese Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden", schrieb Selenskyj. Die tatsächlichen Zahlen liegen wahrscheinlich höher.
EU-Staaten wollen Einreisebedingungen für russische Touristen verschärfen
Mehrere europäische Länder haben die EU-Kommission aufgerufen, die Einreisebedingungen für russische Bürger in den Schengenraum zu erschweren. "Es ist zutiefst beunruhigend, eine wachsende Zahl russischer Touristen zu sehen, die Strand- und Badeurlaube in europäischen Ferienorten genießen", heißt es in einem von elf Ländern unterzeichneten Brief. Die Staaten fordern die Einführung "neuer restriktiver und verbindlicher Maßnahmen", um die Zahl dieser russischen Touristen in Europa zu begrenzen.
Schutzstatus für Ukrainer in der EU – Dobrindt für Ende der Sonderregel bei Männern
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Zustimmung für ein Ende des automatischen Schutzstatus für ukrainische Flüchtlinge im wehrfähigen Alter signalisiert. "Wir diskutieren die Frage folgendermaßen, dass wir die Massenzustromrichtlinie verlängern wollen, dass wir aber Zweifel haben, dass Ukrainer im wehrpflichtigen Alter darunter zu sehen sind", sagte der CSU-Politiker. Männer zwischen 23 und 60 Jahren könnten stattdessen ein reguläres Asylverfahren durchlaufen. Dafür zeichnet sich bei der EU eine Mehrheit ab.



