Die russische Regierung hat ein Exportverbot für Flugtreibstoff bis zum 30. November verhängt. Grund sind die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien und Energieinfrastruktur. Ziel des Verbots ist es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu sichern, wie die Regierung in Moskau mitteilte.
Hintergrund der Exportbeschränkung
Russland exportiert Flugtreibstoff hauptsächlich per Bahn nach Zentralasien, insbesondere nach Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Öl- und Gasanlagen tief in Russland verstärkt, um Moskau wichtige Einnahmequellen für den Angriffskrieg zu entziehen. Dies führt zu einer zunehmenden Treibstoffknappheit im Land.
Auch die Krim betroffen
Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat die Treibstoffknappheit ebenfalls zugenommen. Die Behörden führten Begrenzungen für die Ausgabe von Benzin ein. Benzin der Sorte AI-95, das dem europäischen Super entspricht, wird vorrangig an öffentliche und soziale Verkehrsmittel abgegeben. Normale Bürger können diesen Treibstoff nur mit einem Bezugsschein tanken, jedoch ohne Mengenbegrenzung. Für die Sorte AI-92 (Normalbenzin) gilt eine Obergrenze von 20 Litern pro Tankvorgang.
Das Tanken in Kanister wurde verboten, um Hamsterkäufe zu verhindern. Die Beschränkungen gelten zunächst für 30 Tage. Im Internet kursieren Videos von langen Schlangen vor Tankstellen auf der Krim.
Strategische Bedeutung der Krim
Seit Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Krieges dient die Krim als Versorgungsbasis für die russischen Truppen im Süden der Ukraine. Daher ist die Halbinsel verstärkt ins Visier ukrainischer Drohnen- und Raketenangriffe geraten. Besonders Ölanlagen werden zunehmend attackiert, um die Versorgung der Besatzungstruppen zu erschweren.
Die russische Regierung arbeitet nach eigenen Angaben an Lösungen, um die Treibstoffprobleme zu beheben. Die hohe Priorität dieser Maßnahmen zeigt die Dringlichkeit der Lage.



