Russland beschießt Tankstellen in Ukraine: Tote und Verletzte
Russland beschießt Tankstellen in Ukraine: Tote

Russische Angriffe auf Tankstellen in der Ukraine

In der ukrainischen Region Dnipropetrowsk haben russische Luftangriffe in der Nacht zum Dienstag fünf Tankstellen getroffen. Dabei brach mehrere Brände aus, wie Gouverneur Olexander Hanscha auf Telegram mitteilte. Eine Frau wurde getötet, drei weitere Personen erlitten Verletzungen.

Bereits in der vorangegangenen Nacht waren Angriffe auf Tankstellen im nördlichen Gebiet Sumy gemeldet worden. Der ukrainische Branchendienst Naftorynok zählt seit April mehr als 140 solcher Attacken. Die Angriffe scheinen eine Reaktion auf die wachsende Treibstoffkrise in Russland zu sein, die zunächst auf der besetzten Krim und später in vielen anderen Regionen auftrat. Aufgrund ukrainischer Treffer auf Raffinerien und Versorgungswege ist Benzin in Russland knapp geworden. Das Land, ein Großexporteur von Öl, führt deshalb nach Kreml-Angaben Gespräche über mögliche Treibstoffimporte.

Schweden liefert Kampfjets an die Ukraine

Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat einen Vertrag zur Lieferung von 16 Kampfjets des Typs Gripen E an die Ukraine unterzeichnet. Das Geschäft hat ein Volumen von rund 24,6 Milliarden schwedischen Kronen (2,54 Milliarden Dollar). Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf Telegram mit, die Vereinbarung mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson umfasse auch technische Unterstützung. Allerdings gibt es unterschiedliche Angaben zu den Lieferterminen: Selenskyj kündigt den Beginn für 2027 an, während Saab die Auslieferung für die Jahre 2029 bis 2030 plant.

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Ökonomen sehen Russlands Wirtschaft in der Krise

Die russische Wirtschaft steckt aus Sicht von Ökonomen wegen hoher Zinsen, ukrainischer Angriffe und Internetsperren in einer Krise. Laut der jüngsten Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,6 Prozent – nach jeweils 4,9 Prozent und 1 Prozent in den Jahren 2024 und 2025.

Schuld an der aktuellen Lage sei vor allem die zu restriktive Geldpolitik der Notenbank in Moskau, „die die Wirtschaft abwürgt“, weil sie Kredite zu teuer mache, sagte wiiw-Russlandexperte Vasily Astrov. Die Investitionstätigkeit brach demnach im ersten Quartal um 14 Prozent ein. Auch die ukrainischen Attacken auf russische Energieanlagen und die daraus entstandenen Probleme mit der Kraftstoffversorgung schadeten der Wirtschaft, meinte Astrov. Internetsperren sorgten für zusätzliche Probleme in der stark digitalisierten Wirtschaft, hieß es. Dennoch bleibt Moskau aus Sicht des wiiw weiter in der Lage, den Angriffskrieg gegen die Ukraine fortzusetzen und zu finanzieren. Nächstes Jahr rechnet das Institut mit einem Wachstum von 1,3 Prozent.

Gleitbombenangriffe auf Saporischschja

In der südostukrainischen Großstadt Saporischschja sind mindestens zwei Menschen bei russischen Gleitbombenangriffen getötet worden. 15 weitere Zivilisten seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Saporischschja, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Insgesamt seien sieben derartige Bomben auf die Industriestadt abgeworfen worden. Den Angaben nach wurde dabei auch das Gebäude eines Kindergartens stark beschädigt. Die russisch-ukrainische Frontlinie verläuft rund 20 Kilometer südlich der Stadt. Gleitbomben werden von russischen Kampfflugzeugen aus großer Höhe und sicherer Entfernung zur ukrainischen Flugabwehr abgeworfen und gleiten dann mit Hilfe von Satellitennavigation ins Ziel.

Russland verhandelt über Treibstoffimporte

Die Rohstoffmacht Russland führt nach Kremlangaben Gespräche mit anderen Ländern über mögliche Kraftstoffimporte. Kremlsprecher Dmitri Peskow stellte dies der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge in Aussicht, wenn Vereinbarungen zu annehmbaren Preisen erreicht würden. Das wäre ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Markt zu stabilisieren und ziele darauf, Panikkäufe abzuwehren. Konkrete Länder nannte er nicht. Aber es bestünden Kontakte, sagte Peskow.

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Auch Vize-Regierungschef Alexander Nowak hatte Importe als mögliche Maßnahme genannt, um Stabilität auf dem heimischen Treibstoffmarkt zu sichern. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten als Teil ihres Abwehrkampfes gegen die russische Invasion ihre Angriffe auf russisches Hinterland stark ausgeweitet. Immer wieder brennen etwa Raffinerien. Kiew will damit den Treibstoffnachschub für die russische Armee stören und Moskaus Einnahmen aus dem Energiegeschäft, die wichtig zur Kriegsfinanzierung sind, schmälern.

In zahlreichen Regionen der Rohstoffmacht Russland und in den besetzten Gebieten ist inzwischen Benzin knapp geworden. Auch Kremlchef Wladimir Putin hatte zuletzt Probleme infolge ukrainischer Drohnenangriffe insbesondere auf die Energieinfrastruktur eingeräumt. Man beobachte einen gewissen Mangel, aber keinen kritischen, sagte er.

EU zahlt Ukraine Milliarden für Drohnenbeschaffung

Die Ukraine erhält erste Gelder für die Drohnenbeschaffung aus dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU. Die Europäische Kommission beginne heute mit der Auszahlung von 3,9 Milliarden Euro, wie sie mitteilte. In einer ersten Tranche sollen insgesamt sechs Milliarden Euro für Drohnen nach Kyjiw fließen. Der Einsatz von Drohnen sei eine Schlüsselfähigkeit, die es der Ukraine ermögliche, dem Angriffskrieg Russlands standzuhalten.

„Diese Investitionen werden der Ukraine helfen, ihre Bürger zu schützen, ihre Souveränität zu verteidigen und die Sicherheit Europas zu stärken“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Weitere Zahlungen sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Das Geld soll die Beschaffung von Drohnen abdecken und sich gleichzeitig auf Munition, Flugkörper und Luftverteidigungssysteme erstrecken. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko bedankte sich bei der EU und allen Partnern für die „rechtzeitige Unterstützung“. „Sie hilft uns bei dringendem Verteidigungsbedarf, erweitert die Produktion ukrainischer Drohnen, stärkt unsere Rüstungsindustrie und gewährleistet wichtige Lieferungen an die Front“, schrieb sie auf dem Portal X.