Neue Spur im Louvre-Raub: Wurden die Juwelen zerlegt?
Neue Spur im Louvre-Raub: Wurden Juwelen zerlegt?

Nach dem spektakulären Juwelenraub im Louvre im vergangenen Oktober haben die französischen Ermittler eine neue Spur. In Belgien aufgetauchte Fotos der gestohlenen Schmuckstücke geben Anlass zur Sorge, dass die Beute bereits zerlegt wurde. Die Handys, auf denen die Bilder gefunden wurden, gehören offenbar osteuropäischen Kriminellen, die auf Diebstähle in Häfen spezialisiert sind.

Fotos auf Handys von Frachtdieben

Die belgischen Ermittler haben die Fotos sichergestellt, die nicht nur die acht Juwelen der Napoleon-Gattin zeigen, sondern auch Aufnahmen der Apollo-Galerie im Louvre, wo die Stücke ausgestellt waren. Die Ermittler prüfen nun, ob die Verdächtigen die Juwelen auf den Edelsteinmärkten in Antwerpen abgesetzt haben könnten. Sollte dies der Fall sein, wären die Schmuckstücke vermutlich zerlegt worden, da sie in der Branche zu bekannt sind, um im Originalzustand verkauft zu werden.

Abhöraktion liefert Hinweise

Für die These der Zerlegung spricht laut Polizeiquellen das Ergebnis einer Abhöraktion. Einer der vier inhaftierten Tatverdächtigen, Rachid H., sagte im Gespräch mit seiner Schwester, dass „alle ihren Anteil an dem Zeugs haben“ sollten. Er fügte hinzu: „Mir ist es egal, selbst wenn wir auf 20 aufrunden müssen.“ Dies könnte auf eine Aufteilung der Beute auf zwanzig Nutznießer hindeuten, was eine Zerlegung der acht Schmuckstücke nahelegt. Zu den gestohlenen Gegenständen gehören eine Tiara, Halsketten, Ohrringe und Broschen, die meisten von Kaiserin Eugénie, der Ehefrau von Napoleon III.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ermittler arbeiten zusammen

Die vier Einbrecher aus Pariser Vororten wie Aubervilliers hatten neun Juwelen entwendet, bei der Flucht jedoch ein Diadem verloren. Wenige Tage später wurden sie verhaftet, verweigern aber jede Aussage zum Verbleib des Schmucks, dessen Gesamtwert auf 88 Millionen Euro geschätzt wird. Dass die Täter nicht sehr professionell vorgingen, erhöht die Besorgnis von Kunstliebhabern. Sie befürchten, dass die Einbrecher die Diamanten, Smaragde und Rubine aus den Kronjuwelen herausgebrochen haben, um sie über Mittelsmänner in den Schwarzmarkt von Antwerpen einzuschleusen. Die französischen und belgischen Ermittler haben ihre Fahndungen zusammengelegt.

Erinnerungen an den Fall Kardashian

Wie schwierig solche Ermittlungen sind, zeigt der Fall der Influencerin Kim Kardashian, die 2016 in Paris ausgeraubt wurde. Die Täter sitzen zwar in Haft, die 13 entwendeten Schmuckstücke bleiben jedoch bis heute unauffindbar.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration