Mali: Dschihadisten und Rebellen starten neue Angriffswelle – mehrere Orte betroffen
Mali: Neue Angriffswelle von Dschihadisten und Rebellen

Mindestens fünf Orte in Mali sind am frühen Samstagmorgen von militanten Gruppen angegriffen worden, darunter auch ein Gefängnis in der Nähe der Hauptstadt Bamako. Die Militärjunta hat sich bislang nicht zu den Vorfällen geäußert, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Angriffe auf mehrere Städte und ein Gefängnis

Nach Angaben der Tuareg-Rebellengruppe FLA (Front de Libération de l'Azawad) wurde die Stadt Anéfis im Norden des Landes attackiert. Die Kämpfe dauerten an. Die Nachrichtenagentur AFP meldet zudem Angriffe auf Gao, Aguelhok und Sévaré sowie auf das Gefängnis von Keniéroba unweit der Hauptstadt Bamako. In dem Gefängnis sollen Mitglieder der malischen Opposition inhaftiert sein.

Die Militärjunta bestätigte lediglich, dass ein Ort südlich von Bamako sowie eine Stadt im Norden, in der Regierungstruppen und russische Paramilitärs stationiert sind, Ziel der Angriffe waren. Zu den weiteren Vorfällen schwieg sie.

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Verantwortung von Dschihadisten und Rebellen

Die Angriffe sollen von Dschihadisten und separatistischen Tuareg-Rebellen verübt worden sein. Die FLA hat sich mit dem Al-Qaida-Ableger JNIM verbündet. Bereits im April hatten die Rebellen Bamako angegriffen, den Verteidigungsminister getötet und mehrere Armeestützpunkte im Norden eingenommen. Damals übernahmen sie die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt Kidal.

Die malische Armee und russische Einheiten hatten sich daraufhin nach Anéfis zurückgezogen. Nun wurde auch dieser Ort angegriffen.

Hintergrund der Krise in Mali

Mali wird seit Jahren von Gewalt dschihadistischer Gruppen, separatistischer Rebellen und bewaffneter Milizen erschüttert. Nach zwei Militärputschen in den Jahren 2020 und 2021 steht die Militärjunta zunehmend unter Druck. Nach dem Abzug westlicher Truppen im Jahr 2023 setzte die Militärregierung verstärkt auf russische Unterstützung.

Zuletzt suchte die Junta jedoch auch die Nähe Washingtons: Die USA ließen Sanktionen gegen führende Angehörige der Militärjunta fallen und verhandeln über die Wiederaufnahme von Aufklärungsflügen gegen dschihadistische Gruppen. Die Trump-Regierung zeigt dabei Interesse an den Bergbaupotenzialen Malis.

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