Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hat aufgrund eines gefährlichen Parasiten den Katastrophenzustand ausgerufen. Nun reagieren auch die kanadischen Behörden auf den Fund der sogenannten Neuwelt-Schraubenwurmfliege bei zwei Kälbern. Die kanadische Lebensmittelkontrollbehörde hat ein Einfuhrverbot für Vieh aus Texas verhängt.
Einreiseverbot für Rinder und Pferde
Kühe und Pferde, die sich innerhalb von 21 Tagen vor dem Grenzübertritt nach Kanada in Texas aufgehalten haben, dürfen nicht in das Land eingeführt werden. Dies teilte die Behörde in einer offiziellen Mitteilung mit. Der Schritt soll eine Ausbreitung des Parasiten in Kanada verhindern.
Zwei Fälle in Texas bestätigt
Am Mittwoch hatten US-Behörden bekannt gegeben, dass bei einem drei Wochen alten Kalb ein Befall mit der Neuwelt-Schraubenwurmfliege in der Nabelgegend festgestellt worden sei. Der Parasit galt seit 60 Jahren als ausgerottet. Nur zwei Tage später, am Freitag, meldeten die Behörden einen zweiten Fall – erneut bei einem Kalb, etwa zehn Kilometer vom ersten Fundort entfernt.
Katastrophenzustand in Texas
Gouverneur Greg Abbott rief daraufhin den Katastrophenzustand aus. „Es ist davon auszugehen, dass sich die Krankheit im Laufe des Sommers ausbreiten wird“, erklärte Abbott. Um die Verbreitung einzudämmen, verhängte die Behörde eine Sperrzone mit einem Radius von 20 Kilometern. Texas ist der führende Rindfleischproduzent der USA.
Handelsbeziehungen zwischen Kanada und den USA
Kanada und die USA handeln regelmäßig mit Rindern. Tiere werden zu Schlacht-, Zucht- sowie Milch- und Wollzwecken über die Grenze transportiert. Die Zahl der Importe aus den USA ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Nach Angaben des kanadischen Landwirtschaftsministeriums wurden im Jahr 2025 rund 550.000 Rinder importiert.
Gefährlicher Parasit: Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege
Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege ist metallisch grün oder blau und durch drei dunkle Längsstreifen gekennzeichnet. Ihre Larven nisten sich in offenen Wunden von Säugetieren fest und fressen dort das Gewebe der lebenden Tiere. Selten befallen sie auch Menschen. Die Fliege bewegt sich selbst nicht sehr weit, kann sich aber mithilfe unbemerkt befallener Tiere verbreiten, insbesondere wenn diese per Lkw von Ort zu Ort transportiert werden.
Betroffene Tiere können zwar geheilt werden, die Behandlung ist jedoch zeitaufwendig und teuer. Hunderte Larven müssen entfernt und die Wunden desinfiziert werden.
Bekämpfung mit sterilen Fliegen
Der Parasit breitet sich seit 2025 von Mittelamerika über Mexiko nach Norden aus. In Mexiko wurden seit November 2024 mehr als 27.000 Fälle registriert. Die US-Regierung hält die Grenze für Viehimporte aus Mexiko deshalb seit mehr als einem Jahr geschlossen. Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins erklärte, das wirksamste Mittel zur Bekämpfung sei das Aussetzen steriler Fliegen. Die sogenannte Sterile-Insekten-Technik (SIT) hatte bereits in den 1960er Jahren geholfen, den Schädling in den USA auszurotten. Damals zogen Fachleute massenhaft männliche Fliegen heran, machten sie mit Strahlung unfruchtbar und setzten sie über betroffenen Gebieten aus. Paaren sich die Weibchen mit diesen Männchen, bleiben ihre Eier unbefruchtet – der Bestand bricht allmählich zusammen.
Kanada: Klima schützt vor Ausbreitung?
Laut BBC vermuten kanadische Behörden, dass eine Ausbreitung der Fliege in Kanada aufgrund des kälteren Klimas unwahrscheinlich ist. In der Vergangenheit hätten sich die Parasiten vor allem in wärmeren, feuchten Gebieten ausgebreitet. Dennoch empfehlen die Behörden Landwirten, ihr Vieh auf Wunden und Schnitte zu untersuchen, die mit Ausfluss oder üblem Geruch einhergehen. Zudem werden Einwohner aufgefordert, auch ihre Haustiere zu überprüfen, wenn sie nach Texas reisen.



