Iran: Warnschüsse auf US-Zerstörer im Arabischen Meer
Iran: Warnschüsse auf US-Zerstörer im Arabischen Meer

Die Spannungen im Nahen Osten bleiben hoch. Der Iran hat eigenen Angaben zufolge Warnschüsse auf US-Kriegsschiffe im Arabischen Meer abgegeben. Zwei US-Zerstörer seien zurückgedrängt worden. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Kuwait und Bahrain ab. Der Oman setzt die Ölverladung nach einer Explosion teilweise aus. Im Irak beginnen einige Milizen mit der Entwaffnung. Der Newsblog bietet einen detaillierten Überblick über die aktuellen Ereignisse.

Iran meldet Warnschüsse auf US-Kriegsschiffe

Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge Warnschüsse auf US-Kriegsschiffe vor ihrer Südküste abgegeben. Zwei US-amerikanische Zerstörer seien somit aus dem Arabischen Meer zurückgedrängt worden, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Armee. Es seien Kamikazedrohnen und Antischiffs-Marschflugkörper abgefeuert worden. Ein Reporter des staatlichen Fernsehens sagte, der Vorfall habe sich in den vergangenen 48 Stunden ereignet. Seinen Worten nach wollte die US-Marine mit ausgeschalteten Navigationssystemen in den Persischen Golf einlaufen.

Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die Meerenge übernommen, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um den Iran am Export von Öl zu hindern. In den vergangenen Wochen kam es vereinzelt zu gegenseitigem Beschuss.

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Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Kuwait und Bahrain ab

Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Kuwait und Bahrain ab. Für Kuwait spricht das Außenministerium eine Reisewarnung aus. Von Reisen nach Bahrain werde dringend abgeraten, teilt das Ministerium mit. „Die Sicherheitslage in der Region bleibt höchst volatil; eine erneute Verschärfung der Sicherheitslage in der Region einschließlich erheblicher Einschränkungen des Flugverkehrs kann nicht ausgeschlossen werden.“ Dabei verweist das Ministerium auf Luftschläge aus dem Iran am 3. Juni, bei denen eine Militärbasis der USA in Bahrain attackiert und der internationale Flughafen in Kuwait beschädigt wurden.

Oman setzt Ölverladung aus

Der Oman setzt die Ölverladung im Terminal Mina al Fahal nach einer Explosion in der Nähe seiner Ankerplätze aus. Die Explosion sei mutmaßlich durch einen Drohnenangriff verursacht worden, sagen zwei Insider. Wann genau sich der Angriff ereignete, ist zunächst unklar. Schifffahrtsdaten von LSEG zufolge liegen mehrere Supertanker vor dem Hafen vor Anker. Der Terminalbetreiber war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Iranische Staatsmedien hatten am Mittwoch berichtet, Teheran habe im Golf von Oman ein US-Militärschiff angegriffen. Das US-Zentralkommando hatte dies dementiert.

UN: Humanitärer Bedarf im Libanon steigt auf 550 Millionen Euro

Angesichts der Konfliktfolgen für die Menschen im Libanon rufen die Vereinten Nationen zu zusätzlichen Hilfen im Umfang von 331,5 Millionen US-Dollar (285 Millionen Euro) auf. Damit steige der Gesamtbedarf bis August auf rund 640 Millionen Dollar (550 Millionen Euro), sagte der Koordinator für humanitäre Hilfe, Imran Riza, bei einem Pressebriefing am Freitag in Beirut laut dem vorab verbreiteten Skript. Es gehe um eine „Investition in Frieden, Stabilität und Menschlichkeit“. Riza äußerte sich nach unterschiedlichen Ortsbesuchen bestürzt über die Zerstörung von Infrastruktur in Zusammenhang mit israelischen Militärschlägen, mit denen Israel auf Angriffe der Hisbollah-Miliz reagiert. Ganze Stadtviertel seien in Schutt und Asche gelegt. Familien hätten ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage verloren. Mindestens 1,4 Millionen benötigten humanitäre Hilfe.

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Zivilschutz: Sieben Tote bei israelischen Angriffen in Tyrus

In der südlibanesischen Stadt Tyrus sind örtlichen Angaben zufolge bei israelischen Angriffen in der Nacht zum Freitag sieben Menschen getötet worden. Bei einem Angriff in der Nähe des Dschabal-Amel-Krankenhauses habe es vier Todesopfer und sieben Verletzte gegeben, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Kreisen des libanesischen Zivilschutzes. Das Krankenhausgebäude wurde demnach leicht beschädigt. Auch ein Bankgebäude sei getroffen worden. Bei einem weiteren Angriff in einem Wohngebiet der Stadt wurden den Angaben zufolge drei Menschen getötet und fünf weitere Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Die israelische Armee verkündete ihrerseits, dass sie Ziele der Hisbollah-Miliz an drei Orten nördlich des Litani-Flusses angreifen werde und rief die Einwohner der Gebiete zur Evakuierung auf.

Bayer-Chef warnt vor Ernteausfällen durch Hormus-Blockade

Der Chef des Agrar- und Pharmakonzerns Bayer, Bill Anderson, hat angesichts des Krieges im Iran und der Blockade der Straße von Hormus vor weltweiten Ernteausfällen und steigenden Lebensmittelpreisen gewarnt. Durch die wichtige Schifffahrtsroute laufe rund ein Drittel des Welthandels mit stickstoffbasiertem Dünger, sagte der Manager dem Nachrichtenportal „t-online“ in einem am Freitag veröffentlichten Interview laut Vorabbericht. Bleibe die Meerenge blockiert, könne dies bereits im Herbst zu deutlich geringeren Ernten auf der Nordhalbkugel führen. Dies treffe auch den Agrar- und Pharmakonzern, obwohl Bayer selbst keinen Dünger herstelle. Zudem drohten durch den Düngermangel bei Mais Engpässe beim Tierfutter, was Fleisch, Eier und andere Lebensmittel verteuern könne.

Trotz Waffenruhe: Erneut Kämpfe im Libanon

Ungeachtet der zwischen Israel und dem Libanon vereinbarten Waffenruhe geht der Konflikt zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel weiter. Bei einem erneuten Angriff der proiranischen Miliz auf die im Süden des Libanons stationierten Truppen wurde ein israelischer Soldat getötet, wie die Armee am Abend mitteilte. Nach dem tödlichen Hisbollah-Angriff bombardierte die israelische Armee nach eigenen Angaben Infrastruktur der Miliz. In der Nacht gab die Hisbollah einen weiteren Raketenangriff auf die israelischen Truppen im Süden des Libanons bekannt. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht. Von Israels Armee gab es dazu zunächst keine Mitteilung. Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg und hat nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah, die die Waffenruhe mit Israel ablehnt.

Druck der USA: Einige Milizen im Irak beginnen Entwaffnung

Eine einflussreiche schiitische Miliz im Irak hat unter der neuen Regierung ihre Waffen abgegeben – Berichten zufolge nach Druck der USA. Die Gruppierung Saraja al-Salam (Brigade des Friedens) habe in Samarra nördlich von Bagdad ihre Waffen an die irakische Armee übergeben, berichtete die Staatsagentur INA heute. Iraks neuer Ministerpräsident Ali al-Saidi als Oberbefehlshaber der Streitkräfte überwache die Umsetzung des Plans. Der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr hatte Saraja al-Salam 2014 nach dem Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegründet. Heute zählt sie schätzungsweise 20.000 bis 50.000 Kämpfer. Al-Sadr ist ein Verbündeter des Irans, wehrt sich aber dagegen, dass der Irak sich dem Einfluss des Nachbarlands komplett unterwirft. Al-Sadr hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Miliz vollständig in staatliche Militärstrukturen eingegliedert werde. Die Ankündigung wurde als ein Versuch gewertet, den öffentlichen Druck auf politische Rivalen zu erhöhen und die mit ihnen verbündeten Milizen zu ähnlichen Schritten zu drängen. Am Dienstag zogen dann zwei vom Iran unterstützte Milizen nach – Asaib Ahl al-Hak und Kataib Imam Ali – und kündigten an, ihre Waffen ebenfalls unter staatliche Kontrolle zu stellen. Die Reaktionen anderer Milizen waren bisher gemischt und es ist unklar, ob weitere Gruppierungen folgen werden. Einige der militärisch mächtigsten Milizen lehnen eine Entwaffnung weiter ab.

Offenbar vier Hamas-Mitglieder im Gazastreifen getötet

Israels Armee hat trotz geltender Waffenruhe eigenen Angaben zufolge vier Hamas-Mitglieder im Norden des Gazastreifens getötet. Medizinische Kreise hatten zuvor neun Tote bei israelischen Angriffen auf Wohnungen in der Stadt Gaza in der Nacht zu Donnerstag gemeldet. Unter den Toten sind den Angaben zufolge auch die vier nun von Israel genannten Palästinenser sowie vier Angehörige von einem der Männer. Zudem sei dessen neun Jahre alte Tochter verletzt worden. Laut Israels Armee gehörten alle vier Männer zum sogenannten „Allgemeinen Sicherheitsapparat“ der Hamas. Dieser schütze unter anderem hochrangige Hamas-Leute und koordiniere deren Treffen, teilten das israelische Militär sowie der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet am Abend mit. Die vier hätten der Terrororganisation dabei geholfen, wieder auf die Beine zu kommen. Die Armee habe vor den Angriffen Schritte unternommen, um die Zivilbevölkerung zu schonen, und etwa präzise Munition eingesetzt, hieß es weiter. Die Hamas bestätigte zunächst nicht, dass es sich bei den vier getöteten Männern um Mitglieder der Islamistenorganisation gehandelt habe. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Vier Tanker mit iranischem Öl passieren Straße von Hormus

Vier unter iranischer Flagge fahrende Öltanker haben am Montag nach Angaben eines Schifffahrts-Monitors trotz einer US-Blockade iranischer Häfen die Straße von Hormus passiert. Das erklärte am Donnerstag das Unternehmen Kpler, das sich auf die Überwachung des weltweiten Rohstoff- und Schiffsverkehrs spezialisiert hat und dafür Satellitenbilder auswertet. Zuletzt hatten drei weitere, mit dem Iran in Verbindung stehende Öltanker die Meerenge am 15. April durchquert. Bei den vier Schiffen handelte es sich den Angaben zufolge um die „Hilda I“, „Amber“, „Silvia 1“ und „Happiness I“ mit insgesamt sieben Millionen Barrel Öl an Bord. Alle Schiffe hätten ihre Ladung auf der Insel Charg aufgenommen, die das wichtigste Ölterminal des Landes beherbergt. Über die Insel wird normalerweise 90 Prozent des iranischen Rohöls verladen. Danach seien die Tanker mit abgeschalteten Transpondern weitergefahren, erklärte Kpler. In vielen Fällen schlagen die Schiffe eine Route in Gebiete vor den Küsten Malaysias und Singapurs ein, wo das Öl dann auf andere Tanker verladen wird, die es zu den Endkunden bringen. Mithilfe dieser Praxis kann Teheran die internationalen Sanktionen umgehen.

Israel zieht sich aus libanesischem Grenzort zurück

Als Teil der Umsetzung einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat sich die israelische Armee aus dem libanesischen Grenzort Dibbin zurückgezogen. Die libanesischen Streitkräfte bestätigten, dass sie in die Stadt eingerückt seien, nachdem das israelische Militär abgezogen sei. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht. Die libanesischen Streitkräfte haben demnach vor Ort von den Israelis errichtete Barrieren beseitigt. Spezialisierte Teams führten weiterhin Erkundungen rund um den Ort aus und räumten im Gebiet zurückgelassene Blindgänger. Die Armee rief die Bevölkerung auf, das Gebiet nicht zu betreten und den Anweisungen des Militärs Folge zu leisten, bis der Einsatz abgeschlossen ist. Israels Armee reagierte auf Raketenbeschuss der Hisbollah ab März mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive im Südlibanon. Dabei rückten israelische Truppen auch unter anderem in Dibbin ein.

IAEA: Iran blockiert Atom-Inspektoren

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) fordert unverzüglich Zugang zu mehr als einem Dutzend Nuklearanlagen im Iran. Teheran habe in den vergangenen Monaten nur die Inspektion einer einzigen Nuklearanlage zugelassen, wie IAEA-Chef Rafael Grossi in einem Bericht festhielt. Weitere Überprüfungen des Atomprogramms seien „unabdingbar“, so Grossi. Die IAEA sei derzeit nicht in der Lage zu überprüfen, ob der Iran sein kontroverses Programm zur Uran-Anreicherung eingestellt habe, und wie viel angereichertes Uran derzeit in der Islamischen Republik vorhanden sei, hieß es in dem nicht öffentlichen Dokument der IAEA in Wien, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Wegen des Kriegs zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten sowie Israel hat Teheran seine Kooperation mit den Inspektoren der IAEA weitgehend auf Eis gelegt. Wenige Tage vor Grossis Bericht und vor einer Tagung des IAEA-Gouverneursrates nächsten Montag ließ der Iran diese Woche eine Inspektion seines Atomkraftwerks in Buschehr zu. Insgesamt verfügt das Land über 22 Nuklearanlagen, die zu einem großen Teil in dem Krieg angegriffen worden sind. Vor den ersten israelischen und US-Angriffen im Juni 2025 verfügte der Iran nach IAEA-Angaben über rund 440 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent – laut Fachleuten genug für mehrere Atomwaffen, falls das Material weiterverarbeitet würde. Teheran bestreitet, nach Nuklearwaffen zu streben. Verbleib und Zustand dieser Vorräte sind derzeit ungeklärt. Die mangelnde durchgehende Kenntnis der Uran-Bestände ist aus IAEA-Sicht ein Problem, das „mit allerhöchster Dringlichkeit“ gelöst werden müsse, wie Grossi schrieb.

Erstmals Soldatin in Israels Eliteeinheit Sayeret Matkal

Erstmals ist es einer Soldatin in Israel gelungen, in die wichtigste Eliteeinheit der israelischen Armee, Sayeret Matkal, aufgenommen zu werden. Sie habe dafür ein anderthalb Jahre dauerndes Pilotprogramm abgeschlossen, teilte Israels Militär mit. Die Armee sprach von einer „bedeutenden und wegweisenden Leistung“. Die Frau soll den Angaben zufolge in Kürze in die Eliteeinheit, die unter anderem für die Terrorismusbekämpfung und Geiselbefreiungen zuständig ist, integriert werden, in der es bislang nur männliche Soldaten gab. Israel ist eines der wenigen Länder weltweit, in denen auch für Frauen eine Wehrpflicht gilt. Immer mehr Soldatinnen dienen in der israelischen Armee auch in Kampfeinheiten. In Eliteeinheiten konnten sie lange Zeit jedoch nicht dienen. Das hat sich erst vor wenigen Jahren geändert – auch aus praktischen Gründen. Die Armee warnt seit Längerem vor einem drastischen Mangel an kampffähigen Soldaten. Die „Jerusalem Post“ erklärte den Wandel auch damit, dass Soldatinnen während des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 in Israel und im darauffolgenden Gaza-Krieg „herausragende Leistungen“ erbracht hätten. Auch eine Klage beim Obersten Gerichtshof von vier jungen Frauen im Jahr 2020 hatte den Druck auf die Armee erhöht, Soldatinnen in Eliteeinheiten aufzunehmen.

Kallas: Tod von UN-Soldat zeigt Brüchigkeit der Waffenruhe

Der Tod eines UN-Blauhelmsoldaten im Libanon und anhaltende Gefechte verdeutlichen nach den Worten der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas die Brüchigkeit der vereinbarten Waffenruhe. Die Hisbollah-Miliz hat den Plan für eine Waffenruhe abgelehnt. Der beste Weg zur Verringerung der von der Hisbollah ausgehenden Bedrohung sei die Stärkung des libanesischen Staates und seiner Institutionen sowie die Wiederherstellung des staatlichen Gewaltmonopols, schreibt Kallas auf der Plattform X. Die EU stellt dem libanesischen Militär zudem weitere 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Ultraorthodoxe Juden stürmen Haus von oberstem Richter

In Israel sind nach Polizeiangaben dutzende ultraorthodoxe Juden festgenommen worden, nachdem sie das Anwesen des Vizepräsidenten des Obersten Gerichts gestürmt hatten. Die Randalierer hätten „Ruhestörung begangen und das Haus und Eigentum“ des Richters Noam Sohlberg beschädigt, teilte die israelische Polizei am Donnerstag mit. Hintergrund des Vorfalls ist der Streit um die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden. Bilder israelischer Medien zeigten zerbrochene Fenster und zerstörte Blumentöpfe am Eingang des Hauses sowie ein Auto mit einer eingeschlagenen Scheibe. Sichtlich erschüttert von dem Vorfall sagte Sohlbergs Frau Meira Sohlberg Reportern, dass sie und ihr Mann Kinder von Holocaust-Überlebenden seien. „Wie kann es sein, dass Juden einander so etwas antun?“, fragte sie. Ultraorthodoxe Juden waren in Israel viele Jahre lang von der Wehrpflicht befreit. Das Oberste Gericht hob dann 2024 diese Ausnahmeregelung auf. In der Folge nahm die Polizei zuletzt verstärkt ultraorthodoxe Männer fest, die sich dem Wehrdienst entziehen wollten. Sohlberg plädierte wiederholt dafür, mit harter Hand gegen die Verweigerer vorzugehen. Im April hatte eine Gruppe ultraorthodoxer Wehrpflichtgegner das Haus des Chefs der israelischen Militärpolizei, Yuval Yamin, gestürmt und sich in seinem Garten verbarrikadiert. Die Regierung verurteilte zwar den Vorfall, doch ist Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zum Machterhalt auf die Unterstützung ultraorthodoxer Parteien angewiesen. Er hat sich immer wieder gegen die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe ausgesprochen.

Hisbollah lehnt Waffenruhe mit Israel ab

Die Hisbollah im Libanon lehnt die jüngst getroffenen Bedingungen für eine Waffenruhe mit Israel ab. „Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils“, hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung von Hisbollah-Chef Naim Kassim. Kassim lehnte insbesondere Forderungen nach einer Entwaffnung der vom Iran unterstützten Organisation ab. Eine Auslegung der Waffenruhe, nach der die Hisbollah ihre Angriffe einstellen müsse, während die israelischen Angriffe andauerten, komme einer „Kapitulation“ gleich. Kassim betonte, die Hisbollah habe niemandem zugesagt, auf „Widerstand oder Vergeltung“ zu verzichten. Solange die Angriffe anhielten, werde die Organisation ihre militärischen Aktionen fortsetzen. „Wir lehnen jede Verknüpfung zwischen der Existenz des Widerstands und dem Ende der Aggression oder dem Rückzug Israels ab“, hieß es. Zugleich erklärte Kassim, die Hisbollah befürworte einen umfassenden Waffenstillstand, der das Ende aller israelischen Angriffe, den Rückzug Israels aus libanesischem Gebiet, die Rückkehr der Vertriebenen und den Wiederaufbau einschließen müsse. Solange Besatzung und Angriffe andauerten, werde der „Widerstand“ fortgesetzt. „Solange unsere Dörfer unsicher, bombardiert und zerstört sind und unsere Bevölkerung getötet wird“, werden auch die israelischen Ortschaften nicht sicher sein, hieß es weiter. Zudem forderte Kassim die libanesische Führung auf, die direkten Verhandlungen zu beenden. Er bezeichnete sie als „Farce“ und „Erniedrigung“.

Kreml: Europa braucht wegen Iran-Krieg russisches Öl und Gas

Europa braucht nach Darstellung des Kremls angesichts gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Kriegs russisches Gas und Erdöl für sein „Überleben“. Die Welt stehe am Rande einer „sehr schweren Energiekrise“, sagte der Wirtschaftsbeauftragte des Kremls, Kirill Dmitrijew, am Donnerstag in St. Petersburg. Europa solle daher „Varianten der Partnerschaft mit Russland finden“. Russisches Öl und Gas seien für Europa „unverzichtbar“, sagte Dmitrijew. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte sich schon Anfang März vor dem Hintergrund gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Kriegs offen für Öl- und Gaslieferungen an europäische Länder gezeigt. Voraussetzung sei aber eine „langfristige und stabile“ Zusammenarbeit, sagte er. Der Iran blockiert die für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitestgehend. Die Blockade hat die Weltmärkte erschüttert und die Öl- und Spritpreise in die Höhe schießen lassen. Die USA lockerten zwischenzeitlich Sanktionen für russisches Erdöl. Europa hat einen solchen Schritt ausgeschlossen.

Modschtaba Chamenei: USA und Israel wollen iranische Nation spalten

Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, hat Israel und den USA vorgeworfen, die iranische Nation spalten zu wollen. Nach seiner „schweren Niederlage“ im Krieg gegen den Iran wolle der „bösartige Feind“ Zweifel und Misstrauen unter den Iranern säen, hieß es in einer schriftlichen Erklärung Chameneis, die am Donnerstag von einem Gebetsführer vor dem Khomeini-Mausoleum in der Hauptstadt Teheran verlesen wurde. Alle Iraner müssten nun „Standhaftigkeit und Weitsicht“ zeigen sowie „Einheit und Zusammenhalt“ bewahren, um diesen „finsteren Plan“ zu vereiteln, hieß es in der Botschaft weiter. Die Verlesung der Erklärung erfolgte am 37. Todestag von Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini, der 1979 im Iran an die Macht gekommen war. Während sein Vater Ali Chamenei am ersten Tag der Angriffe der USA und Israels am 28. Februar getötet worden war, erlitt sein Sohn Modschtaba der iranischen Führung zufolge nur leichte Verletzungen. Er ist seitdem aber nicht mehr öffentlich aufgetreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand nährte. Am 8. März wurde er zum Nachfolger seines Vaters im Amt des obersten Führers des Iran ernannt.