Festnahme in Hessen: Verdächtiger soll 25 Morde in Ruanda angeordnet haben
Festnahme: Verdächtiger soll 25 Morde in Ruanda angeordnet haben

Ein Mann ist in Deutschland festgenommen worden, weil er in Ruanda die Ermordung von 25 Menschen angeordnet haben soll. Die Taten werden Innocent S. zur Zeit des Völkermords in dem ostafrikanischen Land im Jahr 1994 vorgeworfen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch mitteilte. Damals wurden etwa 800.000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Mitglieder der Volksgruppe der Tutsi, aber auch gemäßigte Hutu.

Vorwürfe gegen den Beschuldigten

Der nun festgenommene Mann mit deutscher und ruandischer Staatsangehörigkeit soll zu der Zeit Assistent eines Bürgermeisters in einem Ort im Nordwesten Ruandas gewesen sein. In dieser Funktion soll er zu fünf verschiedenen Gelegenheiten die Ermordung von insgesamt 25 Tutsi angeordnet haben, so die Bundesanwaltschaft. Schon zuvor habe S. seine Autorität genutzt, um zur Vernichtung von Tutsi in seiner Gemeinde anzustacheln und Todeslisten anlegen lassen. Einmal habe er sich an der Ermordung von jemandem beteiligt, dem er mit einem Messer in die Brust geschnitten habe.

Festnahme und Haftbefehl

Er ist den Angaben zufolge dringend verdächtig, als Mittäter Völkermord und 25 Morde begangen zu haben. Festgenommen wurde er im hessischen Main-Kinzig-Kreis durch Beamte des Bundeskriminalamts. Noch am Mittwoch sollte er dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration
Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram