Estland entdeckt abgestürzte Drohne mit Sprengsatz – Fünf Tote in Woronesch
Estland: Drohne mit Sprengsatz gefunden – Tote in Woronesch

Im Südosten Estlands ist eine abgestürzte Drohne gefunden worden, die mit rund fünf Kilogramm Sprengstoff beladen war. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden handelt es sich vermutlich um ein unbemanntes Flugobjekt, das Anfang Juni in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war. Die Drohne sei von einem Anwohner beim Mähen im hohen Gras auf einem Feld in der Gemeinde Rõuge entdeckt worden. Einige Trümmerteile seien auch in einem Baum gefunden worden, von dem sie vermutlich heruntergefallen seien, sagte der Leiter der estnischen Sicherheitspolizei, Harrys Puusepp, dem estnischen Rundfunk.

Drohne stürzte vermutlich bei ukrainischem Angriff ab

Puusepp vermutete, dass die Drohne am 3. Juni während eines ukrainischen Angriffs auf Russland auf einem Feld abstürzte. Radargeräte der estnischen Luftwaffe hatten damals mehrere Flugobjekte erfasst, woraufhin Nato-Kampfjets aufgestiegen. Kurz darauf sei das Radarsignal der Drohne aber in der Nähe des Fundorts der Trümmerteile verschwunden.

Fünf Tote bei ukrainischem Raketenangriff auf Woronesch

Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die Stadt Woronesch im Südwesten Russlands sind nach Behördenangaben fünf Menschen getötet worden. „Wir haben heute äußerst schwere Verluste erlitten“, erklärte Regionalgouverneur Alexander Gussew am Montag im Onlinedienst Telegram. „Fünf Menschen wurden infolge des Raketenangriffs auf die Stadt getötet.“ Den größten Sachschaden in Woronesch habe ein Industriebetrieb am Ufer des gleichnamigen Flusses erlitten, in dem ein Feuer ausgebrochen sei. Mehrere Dutzend Menschen hätten medizinische Hilfe gesucht, teilte Gussew weiter mit. Die meisten von ihnen seien nach der Behandlung aber wieder nach Hause entlassen worden.

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Estland erhält deutsche Flugabwehr Iris-T

Estland hat das erste Mittelstrecken-Flugabwehrsystem Iris-T aus Deutschland erhalten. Die Luftwaffe des baltischen EU- und Nato-Landes nahm auf dem Militärflugplatz Ämari eine Einheit des bodengebundenen Waffensystems des Herstellers Diehl Defence entgegen. Dies teilten das estnische Militär und das Unternehmen mit. Estlands Luftwaffen-Chef Riivo Valge sprach von einem „wichtigen Tag für die estnischen Streitkräfte und die estnische Luftwaffe“. Iris-T ermögliche dem an Russland grenzenden Estland, Bedrohungen aus der Luft auf größere Entfernungen und in größeren Höhen als mit den bisherigen Kurzstreckensystemen zu bekämpfen.

Luftverteidigung als Schwachstelle Estlands

Die Luftverteidigung gilt als eine Schwachstelle Estlands, das den Kauf von Iris-T gemeinsam mit dem benachbarten Lettland vereinbart hatte. Die beiden Baltenstaaten betrachten den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als direkte Gefahr für ihre Sicherheit. Die Regierung in Tallinn hat deshalb die Militärausgaben bereits massiv aufgestockt und rüstet die Streitkräfte auf. Die estnische Armee soll insgesamt drei Einheiten des Flugabwehrsystems erhalten, die beiden noch ausstehenden Systeme sollen im kommenden Jahr geliefert werden. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Diehl Defence zufolge soll es sich „um die bis dato größte Verteidigungsinvestition in der Geschichte des Landes“ handeln.

Ukraine attackiert russisches Zentrum für Weltraumkommunikation

Ukrainische Drohnen haben das Zentrum für Weltraumkommunikation in der Stadt Dubna 120 Kilometer nördlich von Moskau angegriffen. Den vom Generalstab in Kiew gemeldeten Angriff bestätigten später staatliche russische Stellen. „Die Funktionstüchtigkeit der TV-Ausstrahlung und des Nachrichtenverkehrs wurde nicht gestört“, teilte der Pressedienst des russischen Betreibers von Kommunikationssatelliten mit. Die Folgen des Angriffs würden beseitigt, Personal sei nicht zu Schaden gekommen. Die Ukraine machte keine Angaben zu den Folgen. Das Zentrum in Dubna wurde zur Übertragung der Olympischen Spiele 1980 in Moskau eingerichtet. Später organisierte das Zentrum einen direkten Draht zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus. Ob das Zentrum auch für militärische Zwecke genutzt wird, ist nicht bekannt.

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Russland sperrt Krimbrücke für Autoverkehr

Bei neuen massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet worden. Nach den Attacken gebe es auch 28 Verletzte, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Morgen bei Telegram mit. Behörden informierten in der Nacht auch über die Schließung der Krim-Brücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland für den Autoverkehr. Auch der Hafen Kawkas auf der russischen Seite der Straße von Kertsch soll bei dem Angriff getroffen worden sein. Der Fährverkehr zwischen dem Festland und der Krim wurde eingestellt. Die Ukraine versucht seit Wochen, mit den zunehmenden Angriffen die Krim von der Versorgung abzuschneiden.