Acht Tote bei russischem Luftangriff auf Kiew – Drohnen und Raketen
Acht Tote bei russischem Luftangriff auf Kiew

Bei einem massiven russischen Luftangriff mit Drohnen und Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Donnerstag mindestens acht Menschen getötet worden. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte auf Telegram mit, dass 34 weitere Menschen verletzt wurden, darunter auch Rettungskräfte einer Ambulanzstation. Nach einem Direkttreffer stürzten die ersten sechs Stockwerke eines großen Wohnhauses ein.

Wohngebäude und Hotel getroffen

Der Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, erklärte, Wohngebäude seien getroffen worden, in einem Hotel im Stadtzentrum sei ein Brand ausgebrochen. Im gesamten Stadtgebiet seien etwa drei Dutzend Orte beschädigt worden. Ein Reuters-Augenzeuge berichtete von mehreren schweren Explosionen. Das russische Verteidigungsministerium sprach von Vergeltung für ukrainische Angriffe auf die zivile Infrastruktur.

Russische Verluste steigen schneller

US-Kriegsexperten zufolge haben die ukrainischen Verteidiger im Abwehrkampf gegen Russland zuletzt bemerkenswerte Erfolge erzielt. Laut einem Lagebericht der Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) machen der russischen Armee neben ihrer stotternden Bodenoffensive vor allem die zunehmenden Gefallenenzahlen zu schaffen. Insgesamt seien seit Kriegsbeginn rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden – 1,4 Millionen davon auf russischer Seite. Das Verhältnis der Verluste sei im ersten Halbjahr 2026 auf schätzungsweise 8:1 gestiegen, Hauptgrund sei der verstärkte Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.

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Heftige Angriffswelle auf ukrainische Städte

Mehrere Städte in der Ukraine wurden zur Zielscheibe einer außergewöhnlich heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern. Aus Kiew wurden Explosionen und Verletzte gemeldet. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen, Wohnhäuser komplett zerstört, berichtete „The Kyiv Independent“. Verängstigte Bewohner suchten in U-Bahn-Stationen Zuflucht.

Fünf Verletzte bei erstem Angriff

Bereits in der Nacht zum Donnerstag waren bei einem schweren russischen Angriff mit Drohnen und Raketen auf Kiew mindestens fünf Menschen verletzt worden. Bürgermeister Klitschko teilte mit, dass mehrere Wohngebäude getroffen wurden, in einem neunstöckigen Wohnhaus seien Menschen eingeschlossen, das Dach eines weiteren Hochhauses stehe in Flammen. Kiew sei auch mit ballistischen Raketen angegriffen worden.

Brand in der Innenstadt

Russische Streitkräfte griffen Kiew erneut mit Drohnen an. Augenzeugen berichteten Reuters, dass durch den Angriff ein Feuer in einem Gebäude am zentralen Schewtschenko-Boulevard ausgebrochen sei. Rettungskräfte seien im Einsatz. Trümmerteile seien im Stadtzentrum sowie in einem nordöstlichen Vorort zu Boden gestürzt.

Mehr als 50 Angriffe auf russische Energieanlagen

Die Nachrichtenagentur AP zählte seit März mehr als 50 Angriffe auf Ölraffinerien, Lager, Terminals und andere Energieinfrastruktur in Russland und auf der Krim. Gary Peach, Ölmarktanalyst bei Energy Intelligence, sagte der AP, die Menge des im Juni von Russland zu Treibstoff verarbeiteten Rohöls sei im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 3,95 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen – der niedrigste Wert in 20 Jahren. Die Produktion von Benzin sei um 17 Prozent auf 850.000 Barrel täglich gesunken. Chris Weafer, Chef der Beratungsfirma Macro-Advisory, schätzt, dass etwa ein Drittel der russischen Ölraffineriekapazität außer Betrieb ist.

Selenskyj warnt vor massivem Angriff

Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte bei einer Pressekonferenz in Dublin, Russland bereite einen massiven Angriff vor. „Heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs“, so Selenskyj. Er rief die Bevölkerung auf, Alarmsignale zu beachten und Schutzräume aufzusuchen.

Drohnenangriffe lassen Dieselsexporte einbrechen

Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien ließen Russlands Dieselsexporte im Juni um 39 Prozent auf 1,8 Millionen Tonnen sinken, ein Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Lieferungen aus dem Hafen Primorsk sanken um mehr als die Hälfte auf 623.000 Tonnen. Händler erwarten, dass die Exporte im Juli fast zum Erliegen kommen könnten.

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Russland schließt Grenzübergänge für Bahnverkehr

Russland hat einseitig sieben Grenzübergänge im Bahnverkehr mit Finnland, Estland und Lettland geschlossen. Die Anweisung gilt ab 1. Juli und soll vorübergehend sein. Ein Grund wurde nicht genannt.

Ukraine zerstört Brücke im Donezker Gebiet

Die Ukraine zerstörte eine Brücke auf einer Fernstraße zwischen Donezk und Mariupol. Damit ist eine wichtige Straßenverbindung in dem von Russland besetzten Gebiet unterbrochen. Es existiert jedoch eine Umgehungsroute.

Ökonomen: Russlands Wirtschaft in der Krise

Laut dem Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche stagniert das Wirtschaftswachstum Russlands 2026 bei 0,6 Prozent. Die Investitionstätigkeit brach im ersten Quartal um 14 Prozent ein. Ursachen sind hohe Zinsen, ukrainische Angriffe und Internetsperren. Dennoch bleibe Moskau in der Lage, den Krieg fortzusetzen.