In Australien haben die Behörden bei einer Hausdurchsuchung mehr als 100.000 lebende Kakerlaken beschlagnahmt. Es handele sich um die größte Razzia dieser Art in der Geschichte des Landes, teilte das Umweltministerium mit. Ein einzelner Züchter in der Stadt Bathurst im Bundesstaat New South Wales hatte die Insekten illegal gehalten. Der Wert der Tiere wird auf rund 200.000 Australische Dollar (etwa 122.414 Euro) geschätzt.
Riesenschaben als Reptilienfutter
Bei den beschlagnahmten Tieren handelt es sich um Madagaskar-Fauchschaben und Argentinische Schaben. Die Madagaskar-Fauchschabe zählt zu den größten Schaben der Welt und wird 5 bis 8 Zentimeter lang. Zum Vergleich: Die australische Kakerlake erreicht nur eine Länge von 2,3 bis 3,6 Zentimetern. Die Riesenschaben sind Allesfresser und ernähren sich von Früchten, Gemüse, Blättern und Rinde. Schlangenexpertin Stefanie Lesser aus Bathurst erklärte gegenüber ABC News, dass die größeren Schaben wahrscheinlich als kostengünstiges Futter für Reptilien verkauft werden sollten. Wegen ihrer Größe benötige man weniger Insekten, was sie attraktiv für Halter von Echsen mache. Die Behörden empfehlen jedoch, stattdessen Waldschaben oder Grillen zu verfüttern.
Strenge Biosicherheitskontrollen
Die Einfuhr von Madagaskar-Fauchschaben und Argentinischen Schaben nach Australien ist verboten. Sie dürfen weder gehalten, gezüchtet noch verkauft werden. Australien unterhält strenge Biosicherheitskontrollen an seinen Grenzen, um Landwirtschaft, Gartenbau und die einheimische Tierwelt vor Schädlingsbefall zu schützen. Wer nicht angemeldete oder illegale Tiere, Insekten oder Pflanzen einschmuggelt, muss mit mehreren Tausend Dollar Geldstrafe rechnen. Die exotischen Kakerlaken seien nicht auf Umweltrisiken geprüft worden und könnten Krankheiten verbreiten oder einheimische Wildtiere schädigen, hieß es in der Erklärung des Ministeriums. Die Behörden drohen allen mit Strafverfolgung, die mit solchen Insekten erwischt werden.
Keine Anklage gegen Züchter
Gegen den Züchter aus Bathurst wurde keine Anklage erhoben, erklärte ein Sprecher. Warum ausgerechnet der Züchter der größten Razzia der australischen Geschichte offenbar straffrei davonkommt, ist bislang unklar. Möglicherweise kooperierte er mit den Behörden, vielleicht handelt es sich in dem Fall aber auch um eine rechtliche Grauzone. Die beschlagnahmten Kakerlaken werden eingeschläfert. Die Tiere werden 2 bis 5 Jahre alt und leben normalerweise im Wald oder in Laubschichten. In Australien gedeihen Kakerlaken prächtig, das subtropische Klima ist ideal für sie. Das Land beheimatet Hunderte von Arten.



