Blut und Gedärme, so weit das Auge reicht: Im Jahr 2004 sorgte ein explodierender Pottwal in Taiwan für Schock und Ekel. Der 17 Meter lange und rund 60 Tonnen schwere Kadaver war auf einem Anhänger aufgebahrt, als die Fäulnisgase im Inneren des Tieres einen gewaltigen Druck aufbauten. Schließlich platzte der Wal und überschwemmte die umliegende Straße sowie mehrere Autos mit Blut, Organen und Gewebeteilen. Die Bilder dieser Wal-Explosion gingen um die Welt.
Ursache der Explosion: Fäulnisgase
Der Pottwal war rund drei Wochen zuvor an der Südwestküste Taiwans gestrandet und gestorben. Ähnlich wie beim aktuellen Fall des Buckelwals „Timmy“ in der Ostsee verging zwischen Strandung und Abtransport viel Zeit. In dieser Zeit sammelten sich im toten Körper große Mengen an Fäulnisgasen wie Methan an. Da die Haut des Wales keine Öffnungen bot, um diese Gase entweichen zu lassen, stieg der Druck im Inneren des Kadavers kontinuierlich an. Als Forscher den Leichnam zu einer Nekropsie transportieren wollten, kam es schließlich zur Explosion.
Chaos auf den Straßen Taiwans
Die Explosion ereignete sich auf einer belebten Straße in Tainan. Zahlreiche Autos wurden mit Blut und Organen überschüttet, der Verkehr war für mehrere Stunden lahmgelegt. Ein Anwohner beschrieb die Szene gegenüber der BBC als „widerliche Sauerei“ und berichtete von einem furchtbaren Geruch. Trotz der gewaltigen Explosion blieben genügend Überreste des Wales übrig, sodass Wissenschaftler der Cheng-Kung-Universität in Tainan den Kadaver anschließend dennoch untersuchen konnten.
Der größte Wal Taiwans und seine ungewöhnliche Nachwirkung
Der explodierte Pottwal war der größte jemals in Taiwan registrierte Wal. Nach der Explosion erregte er vor allem wegen eines Details die Aufmerksamkeit der Bevölkerung: Sein 1,5 Meter langer Penis. Viele Männer besuchten den Kadaver, um den überdimensional großen Phallus aus nächster Nähe zu betrachten – ein kurioses Nachspiel der Katastrophe.
Parallelen zum Buckelwal „Timmy“ in der Ostsee
Der tote Buckelwal „Timmy“ wurde am 14. Mai vor der Insel Anholt in der Ostsee entdeckt. Eigentlich sollte das Tier am 21. Mai in einen Hafen in Jütland transportiert werden, doch dieser Versuch scheiterte. Ein neuer Transport ist für diese Woche geplant. Experten befürchten, dass es auch bei „Timmy“ zu einer Explosion kommen könnte, wenn die Fäulnisgase nicht rechtzeitig entweichen können. Die Behörden sind alarmiert und versuchen, eine ähnliche Katastrophe wie in Taiwan zu verhindern.



