Hitzewelle in Südfrankreich: Waldbrandgefahr bremst Tour de France aus
Hitzewelle: Waldbrandgefahr bremst Tour de France aus

Eine erneute Hitzewelle in Frankreich hat die Waldbrandgefahr im Süden des Landes drastisch verschärft. Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales ordnete am Abend die Evakuierung von rund 5000 Anwohnern aus einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan an. Feuerwehrleute kämpfen gegen sich ausbreitende Flammen, die bereits etwa 1650 Hektar Land vernichtet haben. Laut dem Sender BFMTV wurden ein Anwohner und ein Feuerwehrmann lebensgefährlich verletzt. Der Wind facht die Brände zusätzlich an, begünstigt durch die trockene und heiße Witterung.

Tour de France ohne Zuschauer

Die Waldbrände haben unmittelbare Auswirkungen auf die dritte Etappe der Tour de France, die am Montag durch die betroffene Region führt. Das Radrennen wird dort ohne Zuschauer und ohne die übliche Werbekarawane stattfinden. Tour-Chef Christian Prudhomme erklärte: „Außergewöhnlicher Brand, außergewöhnliche Maßnahme bei der Tour.“ Er dankte den Sportbegeisterten im Voraus für ihr Verständnis. Die Entscheidung unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage.

Extreme Temperaturen erwartet

Bereits auf der Etappe nach Foix am Dienstag könnten die Temperaturen auf über 40 Grad Celsius steigen. Thierry Gouvenou, der technische Leiter der Tour, äußerte sich gegenüber der Zeitung „L’Équipe“ besorgt: „Das ist ein Thema, das uns große Sorgen bereitet.“ Schon im Juni hatte Frankreich eine außergewöhnliche Hitzewelle erlebt, die die höchsten landesweiten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947 brachte. Schätzungen zufolge starben damals rund 2000 Menschen infolge der Hitze.

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Mögliche Absagen von Etappen

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez wandte sich an die Präfekten der Departements entlang der Tourstrecke. In Ausnahmefällen und in Absprache mit dem Veranstalter seien auch Absagen von Etappen möglich. Dies zeigt, wie ernst die Behörden die Situation nehmen.

Studie: Klimakrise erhöht Risiko für die Tour

Dass die Tour de France im Zuge der Klimakrise gefährlicher wird, belegt eine im Februar im Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie. Sie wurde im Auftrag des französischen Forschungsinstituts für nachhaltige Entwicklung und anderer Institutionen erstellt. Die Studie zeigt, dass sich das Risiko für Hitzestress an allen Orten, an denen das Rennen stattfindet, im Laufe der Zeit deutlich erhöht hat. Das Forschungsteam empfiehlt langfristig, Sicherheitskonzepte, Routen und Zeitpläne an die zunehmende Hitzegefahr anzupassen.

Waldbrandgefahr in vielen Departements

Der staatliche Wetterdienst Météo France warnte für Montag vor einer hohen Brandgefahr. Für sieben Departements im Südosten wurde die höchste Warnstufe Rot verhängt, während in 41 weiteren Departements eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Auch in anderen Regionen Frankreichs sind bereits Wald- und Vegetationsbrände ausgebrochen. Im Departement Gard wüteten die Flammen nahe der Gemeinde Lédenon zwischen Avignon und Nîmes. Die Richtung Spanien führende Autobahn A9 musste wegen eines Feuers örtlich gesperrt werden.

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