Hitzewelle in Europa: Ausnahmezustand wird zur neuen Normalität
Hitzewelle: Ausnahmezustand wird neue Normalität

Bis zu 40 Grad Celsius werden am Wochenende in Deutschland erwartet. Der kalendarische Sommeranfang liegt erst wenige Tage zurück, doch Europa ächzt bereits unter einer rekordverdächtigen Hitzewelle. Im Westen des Kontinents wurden in den vergangenen Tagen bereits Temperaturen um die 40 Grad gemessen. Die Folgen sind dramatisch: Im Großraum Paris fallen etliche Züge aus, weil Schienen und Waggons der Hitze nicht standhalten. Frankreich muss die Produktion einzelner Atomkraftwerke drosseln, da das zur Kühlung genutzte Flusswasser bereits zu warm ist. Millionen Menschen schwitzen in ungekühlten Wohnungen, in Altenheimen und Kliniken herrscht Ausnahmezustand.

Infrastruktur am Limit: Züge fallen aus, Straßen brechen auf

Situationen wie diese zeigen, dass die Staaten Europas unzureichend auf die Klimaveränderung vorbereitet sind. Auch in Deutschland wird der Zugverkehr regelmäßig hitzebedingt eingeschränkt, auf Autobahnen bricht die Fahrbahn auf. In etlichen Schulen, Kliniken, Heimen oder Büros fehlt es an Klimaanlagen. Die Städte bräuchten dringend mehr Grün, doch das steht häufig in Konkurrenz zu Wohnungsbau und Autoverkehr. Thorsten Knuf, Brüssel-Korrespondent der FUNKE Zentralredaktion, kommentiert: „Die Klimapolitik hat in Zeiten der Wirtschaftskrise keine Konjunktur. Das gilt gleichermaßen für Bemühungen zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes wie für die Anpassung an Klimafolgen. All das ist mühselig und kostet viel Geld.“

Handlungsdruck steigt: Politik spielt auf Zeit

Die Hitzeglocke über Europa erinnert uns daran, worum es geht und was auf dem Spiel steht. Besser wird es nicht mehr: Der Ausnahmezustand von heute dürfte die Normalität der Zukunft sein. Städte und Infrastruktur müssen dringend an den Klimawandel angepasst werden, doch es geschieht zu wenig. Die Politik spielt auf Zeit. Dabei zeigen die aktuellen Ereignisse, dass die Anpassung an die Klimaveränderung nicht länger aufgeschoben werden kann. Es fehlt an Investitionen in hitzeresistente Infrastruktur, an mehr Grünflächen in Städten und an Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden. Die Politik muss jetzt handeln, um die Bevölkerung vor den Folgen der Hitzewellen zu schützen.

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