Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einer extremen Hitzewelle, die in dieser Woche auf Deutschland zurollt. Bereits ab Montag herrscht im Südwesten eine „starke, gebietsweise extreme Wärmebelastung“. Die Temperaturen steigen laut DWD verbreitet weit über 30 Grad Celsius, im Westen und Süden sind bis zu 39 Grad möglich, am Donnerstag lokal sogar bis zu 40 Grad. Ursache ist eine sogenannte Hitzeglocke, ein „Heat Dome“, der von Frankreich aus nach Deutschland drückt, wie Meteorologe Fabian Ruhnau vom Portal „Kachelmannwetter“ erklärte.
Temperaturen im Detail
Zum Wochenauftakt werden im Südwesten 30 bis 37 Grad erwartet, im Norden und Osten ist es mit 23 bis 30 Grad kühler. Am Dienstag bleiben die Temperaturen im Norden bei 24 bis 30 Grad, während es im Südwesten bis zu 37 Grad heiß wird. Am Mittwoch steigen die Werte im Norden auf 27 bis 34 Grad, sonst auf 32 bis 39 Grad. Am Donnerstag erreicht die Hitze im Westen und Südwesten mit 35 bis 40 Grad ihren Höhepunkt. Begleitet wird die Hitze im Süden und Südosten von kräftigen lokalen Schauern und Gewittern, die am Montag und Donnerstag teils mit Unwettergefahr durch Starkregen und Hagel einhergehen können.
Hitzewelle in Europas Urlaubsländern
Auch in anderen Teilen Europas leiden die Menschen unter der extremen Hitze. In Spanien erlebte das Land seit Sonntag die erste offizielle Hitzewelle des Sommers. Die Wetterbehörde AEMET warnte vor hohen Gesundheitsrisiken in 5561 Gemeinden, in denen rund 27 Millionen Menschen leben – etwa 57 Prozent der Bevölkerung. Auf Mallorca galt am Wochenende Warnstufe Orange mit Temperaturen bis zu 39 Grad. Ein 57-jähriger deutscher Urlauber brach beim Stadtbummel in Palma zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Ab Montag soll sich die Lage auf der Insel entspannen.
In Portugal sorgen heiße Luftmassen aus Nordafrika für hochsommerliche Bedingungen mit Spitzenwerten von bis zu 37 Grad im Landesinneren. Die Regionen Bragança, Vila Real und Guarda stehen unter besonderer Beobachtung des Wetterdienstes IPMA. An der Küste bleibt es mit bis zu 30 Grad etwas kühler.
Italien und Frankreich besonders betroffen
In Italien kletterten die Temperaturen vielerorts auf knapp 40 Grad – bis zu zehn Grad über den typischen Durchschnittswerten. Besonders betroffen sind die Po-Ebene im Norden, Binnenregionen im Zentrum sowie Sardinien. Die schwüle Witterung soll nach Experteneinschätzung noch mindestens acht bis zehn Tage anhalten.
Frankreich ist ebenfalls stark von der Hitzewelle betroffen. Am Montag galt für rund die Hälfte des Landes – 49 Départements – die Hitze-Warnstufe Rot. Bereits am Sonntag hatte der französische Wetterdienst Météo France für 35 Départements die höchste Stufe ausgerufen, darunter Paris. Wegen der Hitze wurde während der „Fête de la musique“ ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen verhängt, um Rettungsdienste zu entlasten. Mancherorts wurden die Feierlichkeiten gar abgesagt. Mehr als 800 Schulen sollen geschlossen bleiben und 1800 Einrichtungen ihre Stundenpläne anpassen, wie Bildungsminister Édouard Geffray ankündigte.
Griechenland und Großbritannien
Während weite Teile Mitteleuropas unter der Hitzewelle leiden, erlebt Griechenland einen der angenehmsten Junimonate seit Jahrzehnten. In Athen stiegen die Temperaturen seit Monatsbeginn kaum über 32 Grad. Allerdings ist das Feuerrisiko beträchtlich: Durch Trockenheit und Wind kann sich selbst ein kleiner Brand binnen Minuten zu einem Großfeuer entwickeln. Am Wochenende gab es mehrere kleinere Brände, die mit Löschflugzeugen und Hubschraubern rasch unter Kontrolle gebracht wurden. Der Zivilschutz warnt dennoch vor anhaltend hoher Brandgefahr.
In Großbritannien warnte der Wetterdienst Met Office vor „extremer Hitze“ bis mindestens Donnerstag in Teilen von England und Wales. Am Mittwoch und Donnerstag könnten die Temperaturen auf bis zu 38 Grad klettern. Damit ist es möglich, dass der bisherige Juni-Rekord von 35,6 Grad aus dem Jahr 1976 gebrochen wird. Zudem werden tropische Nächte erwartet, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.



