Goldschakal erobert Deutschland: Neue Studie zu Ausbreitung und Folgen
Goldschakal erobert Deutschland: Studie zu Ausbreitung

Der Goldschakal, ein kleines Raubtier aus Asien und Südosteuropa, erobert zunehmend Deutschland und ganz Europa. Eine aktuelle Studie des Forschungsteams um Nathan Ranc von der Universität Toulouse, veröffentlicht im Fachmagazin „Natur“, prognostiziert, dass der Goldschakal künftig 75 Prozent des europäischen Festlands besiedeln könnte. Die Forscher werteten Beobachtungsdaten von 8.991 Standorten aus den Jahren 2001 bis 2017 aus. Besonders ab 2012 breiteten sich die Tiere stark in Südosteuropa aus und drangen später bis nach Norwegen vor.

Einflussfaktor Klimawandel

Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung der Goldschakale: Je geringer die Schneedecke im Winter, desto wohler fühlen sich die Tiere. Die Studie spricht von einem Ausbreitungspotenzial, das den Lebensraum der Goldschakale in Europa versechsfachen könnte. In Deutschland gilt der Goldschakal inzwischen als heimisch, nachdem er auf natürlichem Weg über Ungarn und Österreich eingewandert ist. Der erste Nachweis stammt aus dem Jahr 1997 in Brandenburg. In Baden-Württemberg wurden allein 2026 53 Tiere gemeldet, und Wildkameras im Schwarzwald-Baar-Kreis fingen wiederholt Fotos von Nachwuchs ein. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, da es kein eigenes Monitoring gibt.

Konkurrenz mit dem Wolf

Ein wesentlicher Faktor für die Ausbreitung der Goldschakale ist die Anwesenheit des Wolfs. Beide Arten konkurrieren um Nahrung, und Wölfe töten gelegentlich Goldschakale. Daher meiden Goldschakale Gebiete mit Wolfsrudeln. Stattdessen dringen sie verstärkt in Siedlungsnähe vor, da Wölge dort seltener anzutreffen sind. Allerdings zeigt der Goldschakal eine hohe Anpassungsfähigkeit: Er ernährt sich von Vögeln, kleinen Säugetieren, Insekten, Aas und Beeren, kann aber auch Schafe und Ziegen reißen. Ein Vorfall auf Sylt im Sommer 2025, bei dem ein Goldschakal Dutzende Schafe tötete, sorgte für Aufsehen und Diskussionen über eine Bejagung.

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Herausforderungen für das Management

Derzeit ist die Jagd auf Goldschakale in Deutschland nicht erlaubt. Experten wie Paul Klinke vom Wildtierinstitut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg betonen, dass die Auswirkungen auf das heimische Ökosystem noch unklar sind. Klar ist jedoch, dass der Goldschakal auch Nutztiere nicht verschont. Das Forschungsteam fordert daher ein vorausschauendes Wildtiermanagement und einen effektiven Herdenschutz, um Konflikte mit Landwirten zu minimieren. Die weitere Entwicklung hängt auch davon ab, wie mit dem Wolf umgegangen wird, der in Deutschland ebenfalls wieder heimisch geworden ist.

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