Sexueller Missbrauch via Livestream: Angeklagter gesteht vor Gericht
Missbrauch via Livestream: Angeklagter gesteht

Ein 53-jähriger Mann aus Mittelfranken hat vor dem Landgericht Nürnberg die Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs eines Mädchens auf den Philippinen eingeräumt. „Die Anklage ist im Wesentlichen richtig“, ließ er seinen Verteidiger beim Prozessauftakt erklären. Der Angeklagte bereue seine Taten zutiefst und habe bereits Schmerzengeld an das Opfer gezahlt, so der Anwalt weiter.

Hintergrund der Taten

Über drei Jahre, von Mai 2019 bis Mai 2022, soll der Mann über den Messenger Whatsapp konkrete Anweisungen an die Mutter und das minderjährige Mädchen gegeben haben. Das Kind sollte bestimmte sexuelle Handlungen an sich selbst, anderen Kindern und Erwachsenen ausführen, die dann für Fotos und Videos festgehalten wurden. Dafür zahlte der Angeklagte laut Anklage umgerechnet oft niedrige zweistellige Eurobeträge. Zweimal schaute er dem Mädchen per Livestream zu und forderte es dabei auf, nackt für ihn zu tanzen.

Umfang der Anklage

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen insgesamt 95 Taten vor. In 84 Fällen folgte das acht bis elf Jahre alte Opfer den Anweisungen des Mannes. Anschließend habe er die Fotos und Videos per Messenger erhalten. Einmal reiste der Ingenieur selbst auf die Philippinen, um das Mädchen in einem Hotelzimmer nackt für Aufnahmen posieren zu lassen. Zudem habe er das Mädchen zwei anderen Männern zum sexuellen Missbrauch angeboten.

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Ermittlungen und Beweismittel

Der Verdächtige sitzt seit Mai 2025 in Untersuchungshaft. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler mehr als 11.000 kinderpornografische Bilder und mindestens 87 Videos. Die Beweislage ist damit äußerst belastend. Der Prozess wird fortgesetzt.

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