Ermordung von Putin-Kritiker Skrepezkij: Polen in Angst
Ermordung von Putin-Kritiker Skrepezkij: Polen in Angst

Der Mord an dem russischen Künstler Semjon Skrepezkij versetzt Polen in Angst und Schrecken. Der 47-jährige Dissident, der für seine satirischen und regimekritischen Kunstwerke bekannt war, wurde in der polnischen Hauptstadt Warschau erschossen. Fünf Kugeln trafen den Künstler, der noch am Tatort seinen Verletzungen erlag.

Künstler als Putin-Gegner

Skrepezkij war ein scharfer Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. In seinen Werken verspottete er den Machthaber und prangerte die politischen Verhältnisse in Russland an. Seine Kunst war nicht nur in Russland, sondern auch international bekannt. Noch vor einer Woche hatte er vor der russischen Botschaft in Berlin protestiert und eine russische Flagge in einen Mülleimer geworfen.

Ermittlungen laufen

Die polnischen Behörden haben umgehend Ermittlungen aufgenommen. Bislang gibt es noch keine Hinweise auf den oder die Täter. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Es wird jedoch vermutet, dass der Mord politisch motiviert sein könnte. Skrepezkij hatte in der Vergangenheit mehrfach Morddrohungen erhalten.

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Angst in Polen

Der Fall bestärkt das Gefühl vieler Polen, Frontstaat im Ukrainekrieg zu sein. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 fürchten viele Polen eine Ausweitung des Konflikts. Der Mord an einem regimekritischen Künstler mitten in Warschau nährt diese Ängste weiter. Polnische Politiker verurteilten die Tat scharf und sprachen von einem Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Reaktionen aus der Politik

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk äußerte sich bestürzt über den Mord. „Wir werden nicht zulassen, dass Gewalt und Einschüchterung unseren freien Geist brechen“, sagte Tusk in einer ersten Stellungnahme. Auch aus Deutschland und anderen EU-Ländern gab es Beileidsbekundungen. Die russische Botschaft in Warschau wies jede Verantwortung von sich.

Skrepezkijs Leben und Werk

Semjon Skrepezkij wurde 1979 in Moskau geboren. Er studierte Kunst und machte sich schnell einen Namen als regimekritischer Künstler. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter in Berlin, Paris und New York. Wegen seiner Kritik an Putin musste er Russland verlassen und lebte zuletzt im Exil in Polen. Seine Kunst war geprägt von Ironie und Schärfe, oft mit direkten Bezügen zur russischen Politik.

Der Mord an Skrepezkij hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Künstlerkollegen und Menschenrechtsorganisationen fordern eine lückenlose Aufklärung der Tat. Die polnische Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sollen sich melden.

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