China hat im eskalierenden Handelsstreit mit den USA weitreichende Sanktionen gegen 56 US-Unternehmen verhängt. Neben Rüstungsfirmen stehen nun auch zwei Produzenten seltener Erden auf der Exportkontrollliste des chinesischen Handelsministeriums. Offiziell begründet Peking die Maßnahmen mit vorherigen Sanktionen des Pentagons. Inoffiziell dürfte es sich jedoch um den Versuch handeln, die Vormachtstellung Chinas bei kritischen Rohstoffen abzusichern.
Hintergrund der Sanktionen
Am Montag hatte China Vergeltungsmaßnahmen gegen insgesamt 56 US-Unternehmen ergriffen. Das Handelsministerium setzte zehn vorgeblich mit dem US-Militär verbundene Firmen auf eine Exportkontrollliste, darunter MP Materials und USA Rare Earth. Das Finanzministerium ergriff Maßnahmen gegen 46 weitere US-Unternehmen. Chinesischen Exporteuren ist es ab sofort untersagt, diesen Firmen sogenannte Dual-Use-Güter zu verkaufen, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Laufende Exportgeschäfte müssen umgehend gestoppt werden.
Seltene Erden als Druckmittel
China dominiert den globalen Markt für seltene Erden, die für Hightech-Produkte und Rüstungsgüter unverzichtbar sind. Diese Dominanz setzt Peking als geopolitisches Druckmittel ein. Die USA und andere westliche Staaten versuchen hingegen, sich unabhängiger von China zu machen. Die G7-Staaten hatten sich jüngst darauf verständigt, ab 2030 maximal 60 Prozent ihres Bedarfs an seltenen Erden aus einem Land zu beziehen.
Reaktion Chinas
Chinas Handelsministerium nannte den Schritt eine Reaktion auf die „böswillige Praxis“ der US-Regierung, die der Wahrung der nationalen Sicherheit diene. Die Sanktionen sind Teil einer Reihe von Vergeltungsmaßnahmen im Streit um Technologie- und Handelsbeschränkungen. Experten sehen darin eine gezielte Strategie, um die Abhängigkeit des Westens von chinesischen Rohstoffen zu nutzen.
Auswirkungen auf die globale Wirtschaft
Die Sanktionen könnten die globalen Lieferketten für seltene Erden weiter belasten. Bereits jetzt sind die Preise für diese Rohstoffe gestiegen. Analysten warnen vor einer Verschärfung des Handelskonflikts, der auch andere Branchen wie die Automobil- und Elektronikindustrie treffen könnte. Die USA haben angekündigt, Gegenmaßnahmen zu prüfen.



