Im Fall des Sprengstoffanschlags auf einen aus der Ukraine stammenden Oligarchen in Monaco ist die Hauptverdächtige erschossen aufgefunden worden. Die Leiche der 39-jährigen Ukrainerin sei am späten Montagabend in der Nähe von Kyjiw entdeckt worden, gab die nationale Polizei der Ukraine am Dienstag bekannt. Zwei Verdächtige befänden sich in Zusammenhang mit ihrer Tötung in Gewahrsam. Zuvor berichtete die Zeitung „Ukrajinska Prawda“.
Verdächtige aus Sicherheitskreisen
Bei den beiden Männern soll es sich um ein ehemaliges Mitglied der Sicherheitskräfte und einen aktuellen Mitarbeiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR handeln, teilte die Polizei weiter mit. Bei der Durchsuchung der Wohnungen der beiden Verdächtigen soll zudem eine blutbefleckte „Folterkammer“ entdeckt worden sein, berichtet der „Guardian“. Eine Stellungnahme von offizieller Seite lag zunächst nicht vor.
Hintergründe und internationale Spur
Die genauen Hintergründe des Falls, dessen Spur auch nach Deutschland führte, sind weiter unklar. Die von Interpol als Hauptverdächtige ausgemachte Frau wurde unter anderem wegen versuchten Mordes international gesucht. Fürst Albert von Monaco sprach von einer „abscheulichen Tat“. Die monegassischen Ermittler haben Terrorismus als Motiv für den Anschlag ausgeschlossen.
Der Anschlag und die Flucht
Bei dem Sprengstoffattentat am Montag vergangener Woche wurden der in der Ukraine geborene Wadym Jermolajew, seine Lebenspartnerin und sein 13-jähriger Sohn verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Monaco war die mutmaßliche Täterin danach zunächst aus dem Fürstentum zu Fuß ins direkt angrenzende Frankreich geflohen. Anschließend soll sie mit einem Auto über andere europäische Länder nach Deutschland weitergefahren sein.
Hintergrund des Oligarchen
Jermolajew hatte sich in der ostukrainischen Stadt Dnipro als skrupelloser Immobilienunternehmer einen Namen gemacht. Der Geschäftsmann, der die ukrainische Staatsbürgerschaft schon vor Jahren abgegeben hat und nun zyprischer Staatsbürger ist, zählte jahrelang zu den 100 wohlhabendsten Menschen in der Ukraine. In der Ukraine zählt Jermolajew zum sogenannten „Monaco-Bataillon“, einer Gruppe von Geschäftsleuten und früheren Oligarchen, die sich nach Beginn des Kriegs gegen Russland an der Mittelmeerküste niedergelassen haben. Seit 2023 unterliegt Jermolajew in der Ukraine Sanktionen wegen geschäftlicher Aktivitäten auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim.



