Río Negro: Argentiniens Provinz der Superlative und Kuriositäten
Río Negro: Argentiniens Provinz der Superlative

Die argentinische Provinz Río Negro erstreckt sich von den Anden bis zum Atlantik und bietet eine beeindruckende Vielfalt an Landschaften und Sehenswürdigkeiten. Mit einer Fläche fast so groß wie Großbritannien, aber nur rund 750.000 Einwohnern, ist die Region dünn besiedelt und geprägt von Bergwelten, Steppen und Küsten.

Hauptstadt mit unerfüllten Träumen

Die Provinzhauptstadt Viedma liegt etwa 30 Kilometer oberhalb der Mündung des Río Negro. Sie sollte 1986 Buenos Aires als Hauptstadt Argentiniens ablösen, doch eine Wirtschaftskrise und ein Machtwechsel verhinderten dies. Die Nachbarstadt Carmen de Patagones auf der anderen Flussseite bietet mehr koloniale Architektur.

Strände und Papageienkolonien

Der Badeort Las Grutas lockt mit mediterranen Wassertemperaturen, während Balneario El Cóndor an der Flussmündung die weltgrößte Papageienkolonie beheimatet: Etwa 35.000 Paare grüner Felsensittiche nisten in bis zu drei Meter tiefen Höhlen. In Punta Bermeja können Besucher Seelöwen beobachten und mit Glück Orcas oder Glattwale sehen.

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Schokoladenhauptstadt Bariloche

San Carlos de Bariloche, 2015 zur Schokoladenhauptstadt Argentiniens gekürt, ist bekannt für seine Schokoladenmanufakturen. Besonders in der Calle Mitre fühlt man sich wie in einem Willy-Wonka-Imperium. Der Pionier Aldo Fenoglio eröffnete 1947 die erste Schokofabrik. Typisch ist die Kombination mit Dulce de Leche.

Der Tren Patagónico

Der legendäre Zug verbindet Viedma mit Bariloche auf 827 Kilometern durch die patagonische Steppe. Die Fahrt dauert 18,5 Stunden und bietet Klimaanlage und Restaurant. Gelegentlich blockieren wilde Guanakos die Gleise. Die Landschaft zeigt sich in gedeckten Farben und lädt zur Meditation ein.

Die Schweiz Argentiniens

Bariloche wird auch als die Schweiz Argentiniens bezeichnet: Chalets, Bernhardiner und der Nationalpark Nahuel Huapi mit seinen Seen und Wäldern prägen das Bild. Zwischen Juni und Oktober ist die Region Wintersportziel, im Sommer locken Wanderungen, Mountainbike und Klettern. Die Stadt ist bekannt für ihre Bierkultur und ihr Nachtleben, besonders bei Abschlussfahrten.

Das Seemonster Nahuelito

Im Nahuel-Huapi-See soll angeblich ein Ungeheuer namens Nahuelito leben – die argentinische Version von Nessie. Der See ist ganzjährig kalt, aber beliebt. Der Nationalpark ist der älteste des Landes und erstreckt sich auch in die Provinz Neuquén.

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