Archäologen der Saudi Heritage Commission haben in der historischen Stätte Diriyah nahe der Hauptstadt Riad einen außergewöhnlichen Schatz entdeckt. In einem Tonkrug fanden sie über hundert Schmuckstücke aus Gold, Silber und Edelsteinen. Der sogenannte „Diriyah Schatz“ gilt bereits heute als einer der bedeutendsten archäologischen Funde der jüngeren Geschichte Saudi-Arabiens.
Spektakuläre Entdeckung an alter Pilgerroute
Die Ausgrabungen in Diriyah laufen bereits seit sechs Jahren. Nun stießen die Forscher auf einen Tonkrug, der eine umfangreiche Sammlung wertvoller Objekte enthielt. Neben einem Wasserbecken aus Gips, Mauerresten von Wohngebäuden und Keramikfragmenten war der Krug der herausragendste Fund. Radiokarbondatierungen zeigen, dass die Hauptsiedlung zwischen 743 und 753 n. Chr. bewohnt war. Der Schatz selbst stammt aus der Zeit des Abbasidenkalifats, das 750 n. Chr. an die Macht kam und 1258 von den Mongolen gestürzt wurde.
Das Abbasidenkalifat und das Goldene Zeitalter des Islam
Die Abbasiden, benannt nach einem Onkel des Propheten Mohammed, spielten eine zentrale Rolle im Goldenen Zeitalter des Islam. Diese Epoche war geprägt von Fortschritten in Wissenschaft, Kultur und Gelehrsamkeit. Das Herrschaftsgebiet erstreckte sich von Nordafrika bis in den Iran, mit Bagdad als politischem Zentrum.
Geheimnis um den Besitzer des Schmucks
Diriyah lag an einer wichtigen Station der Hadsch-Route zwischen Basra und Mekka. Daher vermuten Archäologen, dass ein Pilger den Schatz dort versteckt haben könnte. Die Schmuckstücke wurden von erfahrenen Metallschmieden gefertigt: Goldbleche wurden geformt, geprägt und mit Halbedelsteinen verziert. Warum der mit floralen und geometrischen Motiven gestaltete Schmuck vergraben wurde, bleibt unklar. Zukünftige Ausgrabungen sollen diese Fragen klären.



