Dokumentencheck in Algier: Anti-Schleuser-Aktion der Bundespolizei in Afrika
Bei einer groß angelegten Aktion gegen Schleuserbanden hat die Bundespolizei gemeinsam mit internationalen Partnern mehrere Hundert verdächtige Dokumente überprüft. Die Maßnahme, die am 20. Mai begann, stand unter der Beteiligung von 40 Staaten der Afrikanischen Union, der spanischen Nationalpolizei sowie nahezu aller südamerikanischen Länder über ein spanisches Kooperationsnetzwerk.
Überraschung: Deutscher Pass von den Seychellen
Besonders überrascht waren die Ermittler, als ihnen von den Seychellen ein deutscher Pass per Foto übermittelt wurde. Der Pass gehört einem Deutschen, der dort im Juli 2024 nach einer Schnorcheltour als vermisst gemeldet worden war. Die Echtheit des Dokuments wurde umgehend geprüft.
Helpdesk in Algier als Dreh- und Angelpunkt
Im Zentrum der Aktion stand ein gemeinsamer Helpdesk zur schnellen Prüfung von Dokumentenfälschungen und Dokumentenmissbrauch, den die Bundespolizei in der algerischen Hauptstadt Algier eingerichtet hatte. Über einen eigens bereitgestellten Polizei-Messengerdienst konnten anfragende Polizisten aus afrikanischen Staaten binnen weniger Minuten Unterstützung bei der Einschätzung von Dokumenten erhalten.
Fast 500 verdächtige Dokumente geprüft
Insgesamt wurden während der Aktion fast 500 verdächtige Dokumente untersucht. Dadurch konnten zahlreiche illegale Einreisen in die Europäische Union mit gefälschten Pässen oder Schengen-Visa im Vorfeld verhindert werden. Die Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern erwies sich als äußerst effektiv.
Die Bundespolizei betont, dass solche Aktionen ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen Schleuserkriminalität sind. Die enge Kooperation mit afrikanischen und südamerikanischen Staaten soll auch in Zukunft fortgesetzt werden, um die Sicherheit an den EU-Außengrenzen zu erhöhen.



