Marius Borg Høiby beantragt Freilassung wegen kranker Mutter
Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, hat einen Antrag auf Freilassung aus der Untersuchungshaft gestellt. Grund ist der ernste Gesundheitszustand seiner Mutter, die auf der Warteliste für eine Lungentransplantation steht. Der königliche Hof bestätigte am Freitag, dass die 52-Jährige aufgrund ihrer lebensbedrohlichen chronischen Lungenerkrankung auf die Transplantationsliste gesetzt wurde.
Gesundheitszustand der Kronprinzessin
Der zuständige Lungenarzt Are Holm erklärte, dass Mette-Marits Zustand ernst sei. Die Kronprinzessin hatte am Donnerstag die Universitätsklinik in Oslo aufgesucht. Nach eingehenden Untersuchungen wurde sie nun offiziell für eine Lungentransplantation vorgemerkt. Diese Nachricht verbreitete sich schnell und erreichte auch ihren inhaftierten Sohn.
Rechtliche Schritte der Verteidigung
Marius Borg Høiby sitzt seit dem 1. Februar in Untersuchungshaft. Seine Verteidigerin Ellen Holager Andenæs beantragte nun seine Freilassung mit Verweis auf den Gesundheitszustand seiner Mutter. Der norwegische Sender NRK berichtete darüber. „Wir haben die Polizei darum gebeten, und wenn sie dem nicht nachkommt, müssen wir vor Gericht gehen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie das jetzt nicht ernsthaft in Erwägung ziehen werden“, sagte Andenæs gegenüber NRK. Ein weiterer Verteidiger, Petar Sekulić, äußerte die Erwartung, dass Høiby umgehend freigelassen werde.
Strenge Regeln für Haftentlassung in Norwegen
In Norwegen ist eine Freilassung aus der Untersuchungshaft an strenge Voraussetzungen geknüpft. Wie die Zeitung VG erklärte, gibt es keinen regulären Hafturlaub, aber eine befristete Entlassung ist möglich, wenn „wichtige Gründe des Wohlergehens“ vorliegen. Dazu zählen gesundheitliche Gründe oder bedeutende Familienereignisse wie Todesfälle, Hochzeiten oder Konfirmationen. Die Verteidiger fordern jedoch eine vollständige Freilassung, nicht nur eine befristete.
Prozess und Urteilserwartung
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby ist abgeschlossen. Ein Urteil wird am 15. Juni erwartet. Ihm werden mehrere Straftaten zur Last gelegt. Ob der 29-Jährige aufgrund der aktuellen Umstände vorzeitig freikommt, bleibt zunächst offen. Staatsanwalt Sturla Henriksbø verwies darauf, dass Fragen zur Inhaftierung an den Polizeibezirk Oslo zu richten seien.
Die norwegische Öffentlichkeit verfolgt den Fall mit großer Anteilnahme. Die schwere Erkrankung der Kronprinzessin und die Inhaftierung ihres Sohnes belasten die royale Familie zusätzlich. Es bleibt abzuwarten, ob die Behörden dem Freilassungsantrag stattgeben werden.



