Am Sonntag, den 7. Juni, wird bundesweit der Welterbetag gefeiert. In Hessen laden sieben UNESCO-Welterbestätten zu besonderen Veranstaltungen und Führungen ein. Von historischen Wasserspielen über alte Buchenwälder bis hin zu Fossilienfunden – die Vielfalt ist groß.
1. Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel
Der Bergpark Wilhelmshöhe gehört seit 2013 zum UNESCO-Welterbe. Mit rund 2,4 Quadratkilometern ist er Europas größter Bergpark. Berühmt ist er für seine historischen Wasserspiele, die allein durch Schwerkraft und natürlichen Wasserdruck betrieben werden, sowie für das Herkules-Monument. Am Welterbetag können Besucher die Wasserspiele erleben – wie an jedem Mittwoch, Sonntag und an hessischen Feiertagen vom 1. Mai bis 3. Oktober. Zudem gibt es Führungen durch die Löwenburg, spezielle „Herkules und Wasserspiele“-Touren und eine Besichtigung des historischen Orgelspielwerks.
2. Buchenwaldgebiet im Nationalpark Kellerwald-Edersee
Zum UNESCO-Welterbe „Alte Buchenwälder“ gehört der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Nordhessen. Hier finden sich besonders alte Buchenwälder, die in ihrer Ursprünglichkeit weltweit selten sind. Sie wurden 2011 als Weltnaturerbe anerkannt. Zum Welterbetag wird eine Rangerwanderung ins Weltnaturerbe angeboten.
3. Kloster Lorsch
Das Kloster Lorsch mit seiner pittoresken Torhalle wurde 1991 als erstes hessisches Denkmal in die UNESCO-Liste aufgenommen. Erstmals 764 urkundlich erwähnt, zählt es zu den bedeutendsten Baudenkmälern Europas aus vorromanischer Zeit. Am Welterbetag sind Eintritt und Führungen kostenfrei. Auf dem Gelände gibt es einen Aktionstag mit Live-Musik und Workshops.
4. Grube Messel bei Darmstadt
Die Grube Messel wurde 1995 zum ersten deutschen UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Das ehemalige Tagebaugelände gewährt Einblicke in das Eozän vor 48 Millionen Jahren. Forscher entdecken immer wieder unbekannte Arten im Ölschiefer des ehemaligen Maar-Sees. Bisher wurden mehrere Zehntausend Fossilien dokumentiert. Am Welterbetag wird der Dokumentarfilm „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ gezeigt.
5. Mathildenhöhe Darmstadt
Die Darmstädter Mathildenhöhe wurde 2021 als herausragendes Beispiel experimenteller Architektur des frühen 20. Jahrhunderts zum Welterbe erklärt. Das Ensemble aus Architektur, Skulpturen und Parkanlagen feiert am Welterbetag-Wochenende sein Welterbefest. Dabei wird die Ausstellung „A Step Ahead / Einen Schritt voraus“ zum 125-jährigen Jubiläum der ersten Ausstellung von 1901 eröffnet. Für beide Tage gibt es ein Kombiticket.
6. Oberes Mittelrheintal
Das Obere Mittelrheintal mit seinen Burgen, Weinbergen und Ortschaften wurde 2002 als erste deutsche Kulturlandschaft in die Welterbeliste aufgenommen. Hauptsächlich in Rheinland-Pfalz gelegen, gehören auch die hessischen Städtchen Lorch und Rüdesheim dazu. In Lorch gibt es am 7. Juni von 14 bis 17 Uhr einen Weinausschank im „Welterbeweinberg“.
7. Obergermanisch-Raetischer Limes
Der Limes ist das größte und bekannteste Bodendenkmal Deutschlands und seit 2005 Weltkulturerbe. Auf rund 550 Kilometern markiert er die einstigen römischen Grenzbefestigungen. Etwa 150 Kilometer verlaufen durch Hessen. Ein Highlight ist das teils wiederaufgebaute Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg, das am Welterbetag geöffnet ist. In Seligenstadt im Kreis Offenbach bietet die Stadt um 14 Uhr eine kostenlose, 45-minütige Sonderführung auf den Spuren des „Nassen Limes“ an.



